Amfetamin(e)

Header Amfetamine

 

Amfetamine sind synthetische, chemisch hergestellte Substanzen, die im Vergleich mit Alkohol, Tabak oder Cannabis noch keine sehr lange Geschichte oder Kultur haben. Der Begriff Amfetamin bezeichnet einerseits eine konkrete Droge ("Speed oder Pep") andererseits bilden amfetaminartige Substanzen aber auch eine ganze Gruppe, zu denen letztlich auch Ecstasy (MDMA) oder Crystal (Metamfetamin) gehören.

Der unerlaubte Besitz, Handel und Erwerb von Amfetamin und Amfetamin-ähnlichen Substanzen ist in Deutschland gemäß des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) verboten.

 

 

Geschichtliches:

Die Erstsynthese des Amfetamins gelang 1887 dem rumänischen Chemiker Lazăr Edeleanu an der Berliner Universität. Ursprünglich wurde Amfetamin in verschiedenen medizinischen Bereichen verwendet, z.B. als Mittel zur Erweiterung der Bronchien, wie es bei Asthma zum Einsatz kommt. Im Militär wurde Amfetamin als leistungssteigernde Droge eingesetzt. Auch heute werden amfetaminähnliche Substanzen noch in Medikamenten verwendet. Zur Behandlung von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) hat sich in Deutschland das Methylphenidat durchgesetzt.
In ihrer chemischen Struktur sind sie einigen Botenstoffen des menschlichen Gehirns (Noradrenalin und Dopamin) ähnlich. Das helle Pulver, das manchmal auch in Tabletten oder Kapseln auf dem illegalen Markt verkauft wird, wird meistens geschluckt oder geschnupft  teilweise aber auch gespritzt oder geraucht (letzteres häufiger bei Metamfetamin/Crystal/Meth). Das wohl bekannteste Amfetamin ist MDMA (welches häufig in Ecstasy enthalten ist).

 


Wirkungen & Risiken

Wie äußert sich die Wirkung von Amfetaminen?

Je nach Art der chemischen Abwandlung des Amfetamins sehr unterschiedlich: von Euphorie bis zu halluzinogenen Effekten. Der Rausch ist nie gleich, denn er hängt auch von Eigenschaften des Konsumenten und der jeweiligen Situation ab (siehe unten). Zu den Risiken gehören Effekte wie Herzrasen, Kopfschmerzen, Übelkeit, erhöhte Körpertemperatur, Angstzustände, Aggressionen oder Verfolgungswahn. Wenn die Wirkung nachlässt können Erschöpfungszustände, Schlaflosigkeit, Depressionen, Konzentrationsstörungen und Muskelschmerzen hinzukommen. Diese Nachwirkungen können je nach Dosis auch über einige Tage andauern.

 

  • » » die Dosis
  • » die Art der Einnahme
  • » die psychische Verfassung
  • » die momentane Stimmung
  • » die Person: „kenn ich mein eigenes Limit? Weiß ich, wann ich Schluss machen muss?“
  • » die Umgebung: „bin ich alleine oder mit anderen zusammen?“
  • » Steigerung der Sinneswahrnehmungen
  • » erhöhter Bewegungsdrang
  • » Berührungen werden intensiver erlebt und die Haut fängt an zu kribbeln
  • » Verlust des Hunger-, Durst- und Müdigkeitsgefühls
  • » starke psychische Abhängigkeit mit Entzugssymptomen wie Niedergeschlagenheit, Depression und paranoiden Zuständen
  • » durch psychische Abhängigkeit bedingte schnelle Dosissteigerung
  • » erhöhtes Risiko für Menschen mit Vorerkrankungen, wie beispielsweise Bluthochdruck, Epilepsie, Diabetes u.a.
  • » Risiko einer Psychose (z.B. wenn es in der Familie bereits Fälle von Schizophrenie gab)
  • » beim gemeinsamen Benutzen von Röhrchen oder Geldscheinen, können über kleine Verletzungen in der Nase Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder Herpes übertragen werden

 

Die Wirkung von Metamfetamin (Crystal, Meth) ist der von Amfetamin ähnlich, aber deutlich stärker und länger anhaltend. Im Vergleich hat Amfetamin eine Wirkungsdauer von etwa 5 bis 6 Stunden und Metamfetamin bis etwa 20 Stunden (je nach Dosis).

 

 

Amfetamine und Straßenverkehr

Wer konsumiert und bei einer Verkehrskontrolle einen positiven Blut/Urin-Test abliefert, muss mit dem Entzug des Führerscheins rechnen.

  • » Drogenscreening
  • » Bußgeld- bzw. Strafverfahren
  • » bis zu 5 Jahre Führerscheinsperre
  • » bis zu 7 Punkte im Verkehrszentralregister Flensburg
  • » lange Prozedur bis zur Wiedererlangung des Führerscheins
  • » Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU)
  • » Verlängerung der Probezeit um 2 Jahre

(siehe auch: Bundesministerium für Justiz)

 

 

Formen von medizinischem und kontrolliertem Gebrauch

In der Medizin werden auch heute noch amfetaminähnliche Substanzen verwendet z.B. bei der Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizitstörungen (ADHS) oder krankhafter Tagesschläfrigkeit (Narkolepsie). Es gibt Gelegenheitskonsumenten, die Amfetamine gebrauchen ohne eine psychische Störung zu entwickeln. Die Übergänge zum problematischen Konsum sind aber wie bei jeder Droge fließend. Auf jeden Fall kommt es darauf an, dass Konsumenten sich selber kritisch beobachten und darauf achten, dass sie viele andere Möglichkeiten haben ihre Freizeit zu verbringen und Probleme zu bewältigen.

 

 

Formen problematischen Gebrauchs

Es ist ein Irrglaube, dass AmFetamine zusätzliche Energie zur Verfügung stellen - sie mobilisieren lediglich die Notreserven des Körpers.
Die Substanz wird häufig gestreckt was bedeutet, dass auch andere giftige Stoffe konsumiert werden (können).
Das Spritzen von Amfetaminen stellt ebenso wie das Rauchen von Metamfetamin ein besonders großes Risiko dar. Überdosierungen und eine schnelle Abhängigkeit können die Folge sein. Gerade Speed ist ein Gemisch von diversen Substanzen mit einem unbekannten Amfetaminanteil und damit besteht für den Konsumenten stets das Risiko einer Überdosierung, sowie einer Unverträglichkeit von Streckmitteln.

 

 

Fakten und Zahlen

Die meisten Jugendlichen haben noch nie Amfetamin/Speed konsumiert. Etwa 7% der 15-16-jährigen Schüler und rund 5% der Schülerinnen in diesem Alter haben mindestens einmal diese Droge konsumiert.

Quelle:

ESPAD-Studie, Kraus et al. (2008)

REBOUND Filme