Cannabis

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Cannabis ist der lateinische Name für Hanf, bekannt seit etwa 3000 Jahren und wird fast überall auf der Welt angebaut. Hanf hat eine sehr lange Tradition als Nutz- und Heilpflanze. Sein Hauptwirkstoff Tetrahydrocannabinol  (THC) sammelt sich in Blüten, Blättern und abgesondertem Harz der weiblichen Pflanze. Im 19. und 20. Jahrhundert war Cannabis in Deutschland ein Tabakersatz für arme Leute und wurde „Knaster“ genannt. Ab den 1970er Jahren wurde Cannabis als psychoaktive Substanz in Deutschland populärer.

Der Besitz, Handel und Erwerb, selbst kleiner Mengen, ist in Deutschland verboten. Seit dem Lübecker Cannabis-Urteil von 1992 kann bei Besitz einer geringen Menge von einer Strafe abgesehen und das Verfahren eingestellt werden. Wie viel eine geringe Menge ist, wird je nach Bundesland verschieden bewertet.

 

Konsumformen

Je nach Konsumformen ist die Wirkdauer von Cannabis verschieden lang.

  • » Marihuana (Gras), die getrockneten Blüten, Blätter und Stängelspitzen
  • » Haschisch (Dope, Shit), aus dem Harz zu Platten und Klumpen gepresst
  • » Haschischöl, das mit Hilfe anderer Substanzen aus den harzhaltigen Teilen der Pflanze gewonnen wird
Der THC-Gehalt kann stark variieren: von Marihuana bis zum Haschischöl steigt er an. Je nach Anbaugebiet, -methode und Verarbeitung schwankt er aber bei allen dreien sehr stark. Haschisch und Marihuana werden meist als Joints geraucht: zerbröselt und mit Tabak vermischt zu einer Zigarette gedreht. Beliebt ist auch die pure Substanz als Joint, in Bongs (Wasserpfeife) oder in einer Pfeife zu rauchen. Cannabisprodukte können auch in Kekse (Spacecakes) und Kuchen eingebacken oder in Tee aufgelöst werden. Wird Cannabis gegessen oder getrunken, ist die Gefahr der Überdosierung besonders hoch, da die Wirkung nicht unmittelbar eintritt und viele dann nochmals „nachlegen“ ohne den Effekt abzuwarten. Die Wirkung ist dann nicht mehr vorhersehbar: sie setzt verzögert und oft sehr plötzlich ein. Eine relativ neue Konsumform ist das Einatmen von Cannabis über einen Vaporizer.
  • » meist sofort, da das THC durch das Aufnehmen über die Atemwege schnell ins Gehirn gelangt
  • » Hauptwirkung nach etwa 15 Minuten
  • » Abklingen nach 30-60 Minuten
  • » Ende der Wirkung nach etwa 2-3 Stunden
  • » die Wirkung setzt verzögert und unvorhersehbar ein. Dabei spielt es eine Rolle, wie viel man und was man vorher gegessen hat
  • » z.B. abends: man muss am nächsten Tag mit einem „Hang-over“ rechnen (äußert sich als Konzentrationsschwäche)
    Abklingen der Nebenwirkungen manchmal erst nach 12-24 Stunden

 

 

Wie äußert sich die Wirkung von Cannabis?

Das kann bei jedem ganz unterschiedlich sein und hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • » von der allgemeinen psychischen Verfassung
  • » von der momentanen Stimmung
  • » von den Stärken einer Person: „Kenn ich mein eigenes Limit? Weiß ich, wann ich aufhören muss?“
  • » der Umgebung: „Bin ich alleine oder mit anderen zusammen?“

Häufig bei einem Cannabis-Rausch ist ein Nebeneinander von anregenden und beruhigenden Wirkungen. In hohen Dosen kann Cannabis auch „halluzinogen“ wirken, das heißt man erlebt Wachträume und Verzerrungen der Wahrnehmung. Man kann allerdings davon ausgehen, dass sich die Stimmung, in der man sich gerade befindet, verstärkt wird.

 

Typischerweise kann es zu Veränderungen des Hörens, Sehens, Fühlens sowie des Raum- und Zeiterlebens kommen. Eine Stunde fühlt sich dann wie eine Ewigkeit an – oder umgekehrt. Genau das macht den Rausch für viele so attraktiv: man kann sich entspannen und Probleme ausblenden, die Wahrnehmung ist auf eine Weise verändert, die manche als cool empfinden und man spürt alles viel intensiver. Gerade wer viel kifft, um Probleme oder Stress zu vergessen ist sehr gefährdet in eine psychische Abhängigkeit zu geraten.

 

Was sind die negativen Wirkungen von Cannabis?

  • » Angst- und Panikattacken
  • » Verwirrtheit, Verfolgungsängste und Wahnvorstellungen
  • » Übelkeit und Erbrechen
  • » Kreislaufbeschwerden und Herzrasen
  • » Cannabis kann bei Menschen mit einer Veranlagung hierzu (z.B. bei Krankheitsfällen von Schizophrenie in der Familie) eine Psychose auslösen.

Ein großes Problem dabei ist, dass die Betroffenen in der Regel nichts von einer solchen Veranlagung wissen und bereits ein einmaliger Gebrauch der Droge ein großes Risiko für sie darstellt.

Bei starkem und häufigem Konsum reagiert der Körper folgendermaßen:  man bekommt einen trockenen Mund, die Augen werden rot und der Blutdruck sinkt. Bei Gewohnheitskonsum kann es zu Einschränkungen des Kurzeitgedächtnisses kommen. Bei Cannabiskonsum entwickelt sich zwar keine körperliche Sucht, aber auch das Ausprobieren und mal ab und zu mit Freunden kiffen ist nicht ohne Risiko. Viele Leute finden so heraus, wie sie ihre Stimmung positiv beeinflussen können und einige finden danach  immer mehr Anlässe zum Kiffen. Wenn Kiffen zu einem festen Bestandteil des Alltags geworden ist, beschäftigt man sich oftmals mit nichts anderem mehr und vernachlässigt seine Hobbies und sozialen Kontakte.

 

 

Cannabis und Straßenverkehr

Wer regelmäßig konsumiert und bei einer Verkehrskontrolle einen positiven Blut/Urin-Test abliefert, muss mit dem Entzug des Führerscheins rechnen.

  • » Drogenscreening
  • » Bußgeld- bzw. Strafverfahren
  • » bis zu 5 Jahre Führerscheinsperre
  • » bis zu 7 Punkte im Verkehrszentralregister Flensburg
  • » lange Prozedur bis zur Wiedererlangung des Führerscheins
  • » Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU)
  • » Verlängerung der Probezeit um 2 Jahre

(siehe auch: Bundesministerium für Justiz)

 

 

Formen von kontrolliertem und medizinischem Gebrauch

Cannabis wird gelegentlich in der Medizin eingesetzt, z.B. als appetitsteigerndes Mittel bei AIDS, Krebs oder in der Behandlung von chronischen Schmerzen und Multipler Sklerose (Nervenerkrankung). Der gelegentliche Konsum von Cannabis führt nicht unbedingt zu negativen körperlichen oder psychischen Effekten – es sei denn man hat eine Vorerkrankung (z.B. Psychose ). Es gibt wie bei Alkohol viele Gelegenheitskonsumenten, die Cannabis - trotz des gesetzlichen Verbots - gebrauchen, ohne je eine Sucht oder eine andere körperliche oder psychische Störung zu entwickeln. Die Übergänge zum problematischen Konsum sind aber wie bei jeder Droge fließend. Man geht von mehr als 300.000 Menschen in Deutschland aus, die eine Suchterkrankung durch übermäßigen Cannabiskonsum entwickelt haben. Auf jeden Fall kommt es darauf an, dass Konsumenten sich selber kritisch beobachten und darauf achten, dass sie viele andere Möglichkeiten haben, ihre Freizeit zu verbringen und Probleme zu bewältigen.

 

 

Formen problematischen Gebrauchs

Problematisch ist der Cannabiskonsum in ganz bestimmten Situationen:

  • » im Straßenverkehr
  • » während der Arbeit
  • » im Sport – weil die Verletzungsgefahr erhöht ist
  • » bei gleichzeitiger Einnahme von manchen Medikamenten
  • » Cannabiskonsum in Kombination mit anderen Drogen

Cannabis wird überwiegend illegal erworben, so dass kein Verbraucherschutz erfolgt. So kommt es machmal vor, dass gefährliche Streck- oder Zusatzstoffe enthalten sind, wie z.B. Glasstaub, oder giftige Spritzmittel, die dem Körper schaden können.

  • » man muss immer mehr kiffen, um den gewünschten Effekt zu erzielen
  • » man fühlt sich nicht mehr wohl, wenn man nicht kifft
  • » man braucht das Kiffen, um negativen Gefühlen aus dem Weg zu gehen
  • » man vermeidet Situationen, in denen man nicht konsumieren kann
  • » man hat Lernschwierigkeiten, ist oft müde, gerät in Konflikte mit anderen, hat Angstzustände und Depressionen und kifft trotzdem weiter
  • man kann das Kiffen nicht mehr reduzieren, kann nicht mehr „nein“ sagen

 

 

Fakten und Zahlen

Die große Mehrheit der 12 bis 17-jährigen hat keine Erfahrung mit Cannabis. Rund 10% der Jugendlichen in dieser Altersgruppe haben mindestens einmal Cannabis konsumiert. Nur 1% der 12 bis 17-jährigen konsumiert regelmäßig Cannabis (mindestens 10-mal im Jahr). (1)

Quelle:

Drogenaffinitätsstudie der BZgA


 

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