Heroin

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Heroin (3,5-Diacetyl-Morphin)  ist ein halbsynthetisches Opioid. Es ist ein braunes bis hellbeigefarbenes Pulver, häufig auch von körniger Beschaffenheit. Durch ein chemisches Verfahren wird Heroin aus Morphin hergestellt. Morphin wird aus Rohopium, dem Saft der Schlafmohnkapsel gewonnen.

Der Besitz, Erwerb oder Handel für den nicht-medizinischen Gebrauch ist gemäß des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) verboten.

1898 vermarktete die deutsche Pharmafirma Bayer AG Heroin gegen Schmerzen, als Hustenstiller und zur Behandlung von Morphinabhängigkeit. Als klar wurde, dass Heroin noch stärkere Nebenwirkungen als Morphin aufweist und wesentlich schneller abhängig macht, nahm der Konzern 1931 die Substanz vom Markt. Seit einem Beschluss des Deutschen Bundestages im Jahre 2009 kann die Droge in Deutschland von Ärzten an Schwerstabhängige verschrieben werden.

 

 

Wirkungen & Risiken

Heroin wirkt gleichzeitig beruhigend, entspannend, schmerzlösend und euphorisierend. Es „beseitigt“ zeitweise unangenehme Empfindungen wie Angst und Gefühle der Einsamkeit.

  • » geraucht
  • » in gelöster Form in die Venen von Ellenbeugen, Händen, Beinen und Füßen gespritzt
  • » geschnupft

Auf dem Schwarzmarkt verkauftes Heroin ist oft mit Mitteln wie Paracetamol (Schmerzmittel), Zucker oder Henna gestreckt.  „Straßenheroin“ enthält oft nur noch ca. 5-20% Heroinanteile. Es kann stark verunreinigt sein und höchst gefährliche Beimischungen enthalten.

 

  • » Übelkeit, Erbrechen
  • » starke Benommenheit
  • » Atembeschwerden
  • » bei regelmäßigem Konsum: quälende Entzugserscheinungen wie starkes Verlangen nach der Droge, Nervosität, Schlaflosigkeit, Schweißausbrüche, Schüttelfrost, schmerzhafte Krämpfe
  • » die Dosis
  • » die Art der Einnahme
  • » die psychische Verfassung
  • » die momentane Stimmung
  • » die Umgebung: „bin ich alleine oder mit anderen zusammen?“

 

Die Wirkung einer Dosis hält etwa 4-5 Stunden an. Die Risiken hängen auch mit der Konsumform zusammen.

Eines ist sicher: der Spielraum zwischen einer verträglichen und einer lebensgefährlichen Dosis ist sehr gering. Schon bei 5mg kann es zu Bewusstlosigkeit, Atemdepression, Kreislaufversagen und Verlangsamung der Herztätigkeit kommen. Die meisten Todesfälle sind eine Folge von Überdosierung. Man kann nicht mehr atmen, wird bewusstlos und erstickt schlimmsten Falls.

Die zusätzliche Einnahme von Alkohol erhöht das Risiko massiv. Gewöhnt man sich erst einmal an die Substanz, braucht man eine immer höhere Dosis und die Gefahr der Überdosierung und damit einer tödlichen Vergiftung steigt. Beim Spritzen des Heroins gibt es zusätzlich Infektionsrisiken durch unsaubere Spritzen. Erkrankungen wie Hepatitis, HIV/AIDS oder bakterielle Infektionen sind unter Heroinkonsumenten weit verbreitet. Auch beim gemeinsamen Benutzen von Röhrchen oder Geldscheinen, können über kleine Verletzungen in der Nase, Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder Herpes übertragen werden.

 

 

Heroin und Straßenverkehr

Wer unter Einfluss von Heroin am Straßenverkehr teilnimmt, begeht eine Ordnungswidrigkeit (Geldbuße und Fahrverbot zwischen einem und drei Monaten).  Kommen drogenbedingte Fahrfehler, eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer oder sogar ein Verkehrsunfall hinzu, handelt es sich um eine Straftat (§ 316 StGB: Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, § 315b StGB: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe). Der Drogenkonsum kann bei einer Verkehrskontrolle vor Ort innerhalb kürzester Zeit mit Testgeräten im Schweiß, Speichel oder Urin festgestellt werden. Bei positivem Testergebnis wird die Fahreignung angezweifelt und eine MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) gefordert.

 

 

Formen von kontrolliertem und medizinischem Gebrauch

Heroin wurde in der Medizin hauptsächlich als Schmerzmittel und Hustenstiller eingesetzt. Heute darf Heroin nur noch an Schwerstabhängige verschrieben werden. Es gibt Gelegenheitskonsumenten, die Heroin gebrauchen ohne je eine Sucht, eine körperliche oder psychische Störung zu entwickeln. Die Übergänge zum problematischen Konsum sind aber wie bei jeder Droge fließend.

Vorsicht:

auch wenn die Droge nur probiert wird, ist der Gebrauch riskant, da ihr Suchtpotential so enorm hoch ist. Auf jeden Fall kommt es darauf an, dass Konsumenten sich selbst kritisch beobachten und darauf achten, dass sie viele andere Möglichkeiten haben ihre Freizeit zu verbringen und Probleme zu bewältigen.

 

 

Formen problematischen Gebrauchs

Auf dem Schwarzmarkt angebotenes Heroin kann giftige Substanzen enthalten und der Gebrauch ist daher immer höchst problematisch.  Unter „falschem Gebrauch“ versteht man den Heroinkonsum zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln. Viele Todesfälle gehen auf solchen Mischkonsum zurück. Regelmäßige Heroinkonsumenten entwickeln eine körperliche und psychische Abhängigkeit. Das gesamte Leben dreht sich nur noch um die Substanz und man riskiert mit der Zeit zu verwahrlosen.

 

 

Fakten und Zahlen

Die meisten Jugendlichen haben noch nie Heroin konsumiert. Etwa 1% der 15 bis 16-jährigen Schüler und Schülerinnen haben mindestens einmal diese Droge konsumiert.*

Quelle:

*ESPAD Kraus et al. (2008).

 

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