Header Cannabis

 

Tabak & Cannabis

"Meine Freundin meint immer, sie hätte noch nie gekifft aber ich habe letztens gesehen, dass sie ganz rote Augen hatte."

Es ist nicht immer leicht zu erkennen, ob jemand gekifft hat und nicht jeder, der Anzeichen aufweist,
die darauf hindeuten, hat auch wirklich gekifft. Deshalb sollte man bei Verdächtigungen immer vorsichtig sein und die Person lieber direkt auf den Verdacht ansprechen. Natürlich gibt es aber einige Symptome, mit Hilfe derer man erkennen kann, dass jemand vielleicht gekifft hat.  Ein Anzeichen ist oft, dass die Person ein anderes Verhalten als üblich zeigt (z.B. Antriebslosigkeit).
Die akuten Wirkungen können aber je nach Person, Wirkstoffanteil, Art des Konsums (Essen oder Rauchen), momentaner körperlicher und psychischer Verfassung und bisher gemachten Erfahrungen mit Cannabis sehr unterschiedlich sein.
 
Zu den körperlichen Effekten, die auftreten können, gehören neben geröteten Augen und erweiterten Pupillen auch ein gesteigertes Hungergefühl. Einige Konsumenten erleben dabei richtige „Fress-Flashs“. Bei anderen ist der Gleichgewichtssinn beeinträchtigt oder das Zeitgefühl gestört.
Generell ist die Wahrnehmung deutlich intensiviert. Bei vielen zeigt sich Euphorie und es entstehen neue Ideen, die mit starken Gedankensprüngen verbunden sind. Auch das Gemeinschaftsgefühl und die Verbindung zu Freunden werden intensiviert wahrgenommen, häufig in Kombination mit Albernheit. Viele fühlen sich zudem wohlig entspannt und bewegen sich langsamer, obwohl das Herz schneller als üblich schlägt.
Neben diesen eher positiv empfundenen unmittelbaren Wirkungen, können aber auch unangenehme Effekte auftreten. Körperliche Merkmale sind Übelkeit und Schwindel bis hin zum Kreislaufkollaps. Weiterhin möglich sind Erinnerungslücken oder eine eingeschränkte Wahrnehmung der Umwelt, so dass sich die Konsumenten schlechter mitteilen können oder sich ausgegrenzt und in „ihrem eigenen Film gefangen“ fühlen. Im schlimmsten Fall haben sie Angstzustände, Panikgefühle oder fühlen sich verfolgt.

Es ist bekannt, dass die Einnahme von Cannabis zu einer zeitweisen Verringerung des Speichelflusses führt. Hierbei spielt es keine Rolle, ob der wirksame Hauptbestandteil der Hanfpflanze (Δ9-THC) durch das Rauchen über die Atemwege, oder oral aufgenommen wird. Ursächlich für die Mundtrockenheit ist der Verarbeitungsmechanismus von Δ9-THC im Körper. Die Cannabinoidrezeptoren (also spezialisierte Zellen, die auf körpereigene, dem Δ9-THC ähnliche Stoffe reagieren), an denen Δ9-THC seine Wirkung entfaltet, finden sich nämlich nicht nur im Gehirn, sondern auch in vielen anderen Organen und Gewebearten des menschlichen Körpers. So konnten in der Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandularis) ebendiese Rezeptoren und eine Verminderung des Speichelflusses durch die Injektion von Cannabinoiden nachgewiesen werden. Darüber hinaus wird vermutet, dass auch durch die Wirkung des Δ9-THC im Gehirn indirekt Einfluss auf den Speichelfluss genommen wird.

Stand: 31.07. 2012

Autor: Maximilian von Heyden

Weiterführende Informationen:

  1. Leweke, F.M., Hoyer, C. (2012) Cannabis. In:  Gründer, G., Benkert, O. (Hg.): Klinische Psychopharmakotherapie.2. Aufl., Springer
  2. Mattees, R.D., Shaw, L.M., Engelman, K. (1994) Effects off cannabinoids (marijuana) on taste intensity and hedonic ratings and salivary flow of adults. Chemical Senses, 19, 125 – 140.
  3. Prestifilippo JP, Fernández-Solari J, de la Cal C, et al. (2006) Inhibition of salivary secretion by activation of cannabinoid receptors. Exp. Biol. Med. (Maywood); 231:1421-9.
  4. Halikas, J.A., Goodwin, D.W. and Guze, S.B. (1971) Marihuana effects. A survey of regular users. K. Am. Med. Ass., 217, 692-694.
  5. Jasinski, D.R., Haertzen, C.A. and Isbell, H. (1971) Review of the effects in man of marihuana and tetrahydrocannabinoids on subjective state and physiologic function. Ann. NY Acad. Sci., 191, 196 – 205.
Die Entwicklung einer Tabakabhängigkeit wird sowohl von der eigenen Umwelt (z.B. ob im Freundeskreis oder zu Hause geraucht wird) als auch von genetischen, also vererbten, Faktoren beeinflusst. Wenn z.B. Dein Opa tabakabhängig war, heißt das nicht, dass du auch in jedem Fall tabakabhängig wirst. Jedoch kann man sagen, dass du eventuell eher gefährdet bist tabakabhängig zu werden. Das trifft bei Männern etwas stärker zu als bei Frauen. Nichtsdestotrotz hat die eigene Umwelt - also wie leicht man an Tabak kommt, wie deine Freunde und Familie zum Rauchen stehen und ob sie selber rauchen, einen großen Einfluss auf die Entwicklung einer Tabakabhängigkeit.
 
Stand: 24.04. 2012
 
Autor: Philipp Steinebach

Weiterführende Infos:

Singer, Manferd V, Batra, Anil, & Mann, Karl. (2011). Alkohol und Tabak. Grundlagen und Folgeerkrankungen. Stuttgart-New York: Thieme.
(besonders in hohen Dosen) kann akute psychotische Symptome und Wahrnehmungsstörungen (Hören von nicht existierenden Stimmen und Geräuschen; Trugbilder; Traumzustände; das Gefühl, verfolgt zu sein; Realitätsverlust) auslösen. Diese verschwinden in der Regel wieder nach einigen Tagen und hinterlassen keine Folgeschäden. Man geht davon aus, dass bei anfälligen oder psychisch labilen Personen, die Cannabis konsumieren, eine bislang verborgene psychotische Erkrankung (wie z.B. Schizophrenie) eher zum Ausbruch kommt als bei Abstinenten. Meist tritt die Krankheit zwischen der Pubertät und dem Alter von 30 Jahren auf. Dabei spielen genetische Faktoren eine bedeutende Rolle.
Es können bei verstärktem Alkoholkonsum allerdings Halluzinationen oder Wahnvorstellungen innerhalb von zwei Wochen auftreten. Diese halten jeweils nicht länger als 48 Stunden an.
Es können sowohl von Cannabis als auch von Alkohol paranoide Symptome auftauchen. Wenn die nach maximal zwei Wochen nicht ausklingen oder auch ohne Rauschmittelkonsum zu spüren sind, ist es ratsam, eine ärztliche Meinung einzuholen.

Stand: 04.04.2012

Autor: Philipp Steinebach

Weiterführende Informationen:

Gouzoulis-Mayfrank, E.: Doppeldiagnose Psychose und Sucht, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Aachen, 2004

Bei den meisten Erkrankungen sollte man die bewusstseinsverändernden Drogen eher vermeiden. Die Krankheit ist für den Organismus schon eine große Belastung. Wenn man zusätzlich noch Drogen nimmt, sind die Reserven des Körpers bald ausgeschöpft. Bei bestimmten Erkrankungen werden jedoch verschiedene Substanzen zur Behandlung eingesetzt, die sonst verboten sind.  So hat sich THC (der Wirkstoff von Cannabis) in der Behandlung der Begleitsymptome von autoimmunen Erkrankungen  (z.B. Aids, Multiple Sklerose), sowie bei der Schmerztherapie, Angsterkrankungen und Depressionen als wirksam erwiesen. Auch wurde gezeigt, dass die Einnahme von Cannabinoiden das Risiko für das Auftreten epileptischer Anfälle mindert. Wegen verschiedenen Nebenwirkungen, wie z.B. Auslösung einer Psychose (schwere psychische Erkrankung) oder Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, ist jedoch THC für die Behandlung oder Vorbeugung von Epilepsie nicht zugelassen. Da es schwierig abzuschätzen ist, welche langfristigen Folgen der Cannabiskonsum bei sich selbst haben kann, ist es eher davon abzuraten.

 

Stand: 04.04.2012
 
Autor: Ede Nagy

Weiterführende Informationen:

http://www.uniklinik-freiburg.de/epilepsie/live/infos/cannabisundepilepsien.html
Die Frage, ob Alkohol statt Wasser in der Shisha schlimmere Auswirkungen hat, ist nicht einfach zu beantworten, da es bisher nicht untersucht wurde.

Die Funktionsweise einer Shisha ist folgendermaßen: in einer Shisha oder Wasserpfeife wird Tabak, oder Cannabis geraucht. Der entstehende Rauch wird durch einen mit Flüssigkeit, meist Wasser, gefüllten Behälter gezogen. Dadurch wird der Rauch gekühlt und leicht gefiltert.

Wird nun Alkohol statt Wasser in die Shisha gefüllt, so kann der heiße Rauch bewirken, dass Alkohol verdampft und eingeatmet wird. Alkohol kann nicht nur durch den Magen in den Organismus aufgenommen werden, sondern auch durch Inhalieren über die Lunge. Je heißer der Rauch wird, umso mehr Alkohol verdampft und kann in der Lunge durch die Bronchien schneller ins Blut aufgenommen werden. Das heißt, schon geringe Mengen an inhaliertem Alkohol können in kurzer Zeit einen sehr starken Rauschzustand bewirken. Die weiteren Risiken der Inhalation von Alkohol sind weitestgehend unerforscht. Bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol und Tabak bzw. Cannabis entsteht außerdem die Gefahr, dass man die Kontrolle über die Wirkung der Drogen verliert. Da man nicht genau weiß, wie Alkohol in einer Shisha wirkt, ist grundsätzlich davon abzuraten!

 

Stand: 15.03.2012

Autor: Philipp Steinebach

Weiterführende Informationen:

http://www.drugcom.de/drogenlexikon/wasserpfeife/
Sogenannte „Horrortrips“ können prinzipiell bei jeder Droge, die bewusstseinsverändernd wirkt, auftreten. Ein „Horrortrip“ oder „bad trip“ kann in seinen Ausmaßen von einem als unangenehm wahrgenommenen Rausch über Angstzustände und Traurigkeit bis hin zu Panikattacken und Todesangst reichen. Da jede Droge gefühlsverstärkend wirkt, kommt es bei der Entstehung eines Horrortrips auf viele Dinge an, die unser Gefühl bestimmen: befinde ich mich an einem Ort, den ich mag; fühle ich mich in der Situation wohl; geschehen unvorhergesehene Dinge; bin ich mit Leuten zusammen, die ich als angenehm empfinde; leide ich unter Schlafentzug; habe ich nochandere Substanzen zu mir genommen etc. Jeder Umstand kann zu einem“blöden Gefühl“ führen, das die Droge durch ihre psychogenen Eigenschaften verstärkt und so einen Horrortrip hervorrufen kann. Auf Wechselwirkungen von Drogen untereinander sowie einen Schlafentzug, der dieselben Symptome hervorrufen kann wie eine Droge, muss man achten. Auch der Konsum von Cannabis kann also unter den falschen Umständen zu einem „bad trip“ führen.

 

Stand: Januar 2012

Autor: Katharina Kraus

Weiterführende Infos:

http://de.wikipedia.org/wiki/Horrortrip
Psychiatrie. Einschließlich Psychotherapie: Einschliesslich Psychotherapie (Springer-Lehrbuch) von Rainer Tölle, Klaus Windgassen, Reinhart G. E. Lempp und Reinmar DuBois
 
Psychiatrie und Psychotherapie von Markus T. Gastpar, Siegfried Kasper und Michael Linden
Psychopharmakologischer Leitfaden für Psychologen und Psychotherapeuten von Otto Benkert,Martin Hautzinger,Mechthild Graf-Morgenstern
 
 
Schwarzer Afghane ist eine Haschischart. Haschisch ist das Harz von weiblichen Cannabispflanzen, das den psychoaktiven berauschenden Stoff THC enthält. Der schwarze Afghane heißt deshalb so, weil die Farbe des Harzes durch das Kneten bei der Verarbeitung schwarz ist und weil das Harz angeblich aus Afghanistan kommt. Natürlich kann das Harz aber auch in jedem anderen Land der Welt gewonnen werden. Die verschiedenen Namen (schwarzer Afghane, roter Libanese, grüner Türke etc.) beziehen sich also auf Herkunftsort, Farbe, Verarbeitungsart und manchmal auf die Qualität.

 

Stand: 10.01. 2012

Autor:  Katharina Kraus

Weiterführende Infos:

http://de.wikipedia.org/wiki/Haschisch
Cannabis ist immer anders: Haschisch und Marihuana: Konsum - Wirkung - Abhängigkeit. Ein Ratgeber von Helmut Kuntz von Beltz
Bewusstseinsverändernde Pflanzen von A - Z von Angelika Prentner von Springer Vienna
Leider kann man darauf keine einfache Antwort geben, sondern muss über beide Drogen genauer nachdenken. Mit „schlimm" ist wohl „gefährlich" gemeint. Beide Drogen haben eigene und ganz unterschiedliche Risiken. Die Tatsache, dass Cannabis (Marihuana, Dope) für den Körper weniger gefährlich ist, heißt nicht, dass es die einfachere Droge ist, weil sie viele psychische Risiken mit sich bringt.

Beim Konsum von Drogen (legale oder illegale psychoaktiven Substanzen) spielen immer verschiedene Dinge zusammen: Es gibt körperliche, psychische und soziale Risiken, die man kennen sollte. Die körperliche „Giftigkeit" ist beispielsweise bei Alkohol größer. Die sozialen Gefahren sind beim Kiffen größer: man kommt leichter mit dem Gesetz in Konflikt und eher mit anderen Drogen in Kontakt.

Beispiele: Alkohol ist zwar fast überall legal erhältlich, ist aber trotzdem ein Zellgift, das bereits in kleinen Mengen Schäden anrichten kann. Wer riskant trinkt (also regelmäßig oder sehr viel) schädigt das Gehirn, die inneren Organe und das Nervensystem.

Cannabis, andererseits, ist eine illegale Droge, was bedeutet, dass man gegen das Gesetz verstößt, wenn man es kauft oder besitzt. Und wenn Cannabis geraucht wird, nimmt man die gleichen Giftstoffe wie beim Zigarettenrauchen zu sich und schädigt die Lunge. Außerdem besteht die Gefahr, dass einige Menschen sogar bei einmaligem Konsum eine Psychose entwickeln (das ist eine schwere psychische Erkrankung).
 

Das Suchtpotential ist bei Alkohol und Cannabis ähnlich groß, wobei Cannabis eher zu psychischer Abhängigkeit führt - besonders, wenn man durch das Kiffen immer wieder einen Anlass sucht, sich vor der eigenen Realität zu drücken oder Probleme zu vergessen. Es gibt immerhin über 250.000 Cannabis-Abhängige Menschen, die in Deutschland behandelt werden.
Und wer zu viel trinkt kann eine sehr starke körperliche Sucht entwickeln, bei der sehr unangenehme Entzugssyndrome auftreten.

Es ist also von Mensch zu Mensch verschieden, welche der beiden Drogen gefährlicher ist. Und das hängt auch davon ab, was man über beide Drogen weiß und wie gut man sich selbst kennt.

 

Stand: 27.10.2011

Autor: Vanessa Gordon

Rauchen verändert viele körperliche und geistige Funktionen. Nikotin versetzt den Körper in eine Art Alarmzustand, lässt den Darm mehr arbeiten und vermindert den Appetit. Dabei nimmt der Körper weniger Nahrung zu sich und baut zudem mehr Kalorien ab, als er es sonst tun würde. Psychisch vermisst der ehemalige Raucher in der Entwöhnung auch den Akt des Rauchens – zum Beispiel das Führen der Zigarette zum Mund. So kann es nach der Umstellung vom Rauchen zum Nichtrauchen zusätzlich zu gesteigerten Appetit, verminderten Kalorienabbau und zum Essen aus „Gewohnheit“ kommen, damit man eben etwas zwischen den Fingern und im Mund hat. Man nennt das auch „Ersatzbefriedigung“. Wenn man um all diese Gefahren weiß, kann man sich schon darauf einstellen und der Gewichtszunahme vorbeugen, indem man zum Beispiel auf zuckerhaltige Getränke und Süßes „zwischendurch“ verzichtet und stattdessen zu gesünderen Varianten wie Obst, Gemüse und zuckerfreien Getränken greift. Die Gewichtszunahme beim Rauchstopp lässt sich also durch gezielte Veränderungen des eigenen Essverhaltens mitsteuern.

 

Stand: 08.06.2011
 
Autor: Katharina Kraus
 
Weiterführende Infos:
 
http://www.bzga.de/presse/pressearchiv/?jahr=2007&nummer=416
http://de.wikipedia.org/wiki/Nikotin#Physiologische_Wirkung

Light-Zigaretten sind nicht gesünder als normale Zigaretten. Das „Light“ bezieht sich auf eine geringere Tabakmenge pro Zigarette. Dieser Tabak enthält aber pro Gramm oft einen höheren Anteil an Nikotin, dem wirksamen Stoff im Tabak, als normaler „full flavour“-Tabak. Die Angaben „Light“ auf der Schachtel sind aber irreführend, da das Prinzip der „Light“-Zigarette auf kleinen Löchern im Filter beruht, durch die beim Ziehen der Rauch mit Luft „verdünnt“ werden soll. Dieser Effekt tritt aber nur bei einem standardisierten maschinellen Rauchtest auf, die die Schadstoffkonzentration, die beim Verbraucher ankommt, messen. Oft werden Light-Zigaretten (unbewusst) anders geraucht: Viele Raucher manipulieren diese Löcher im Filter, indem sie sie zuhalten oder stärker an der Zigarette ziehen. So inhaliert man nicht weniger Schadstoffe als bei normalen Zigaretten. Zudem werden Raucher durch die Illusion einer gesünderen Zigarette oft vom Rauchstopp abgehalten oder rauchen sogar mehr Zigaretten, als sie es bei „normalen“ tun würden. Wegen dieser Irreführung der Verbraucher wurden 2003 die Bezeichnungen „light“ und „mild“ sogar in Europa verboten. Jede Zigarette, egal ob light oder nicht, ist also gleich schädlich.

 

Stand: 06.06.2011

Autor: Katharina Kraus

Weiterführende Infos:

http://www.paho.org/English/DD/PIN/ptoday21_aug06.htm http://de.wikipedia.org/wiki/Zigarette#Unwirksame_.28Light-.29Leichtzigaretten
Ja und Nein -
im Allgemeinen gilt: „unter der Wirkung“ von Rauschmitteln ist das Führen eines Fahrzeugs ordnungswidrig. Eine Ausnahme gibt es hier nur für Alkohol: bis zu 0,5 Promille im Blut sind erlaubt.
Bei Cannabis war es lange Zeit so, dass der Nachweis von THC im Blut auch in sehr geringen Mengen als Beweis für eine Wirkung, die die Fahrtauglichkeit einschränkt, gesehen wurde.
Nachdem 2004 ein betroffener Autofahrer beim Bundesverfassungsgericht Beschwerde eingelegt hat, wurde entschieden, dass aufgrund des technischen Fortschritts in der Blutanalyse nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass Nachweis- und Wirkungsdauer gleich lang sind. Die Mindestkonzentration von THC im Blut, ab der anzunehmen ist, dass der Fahrer beeinträchtigt sein könnte, liegt seitdem bei 1 ng/ml. Allerdings ist damit kein Grenzwert, vergleichbar der Promille-Grenze beim Alkohol festgelegt worden. Vielmehr wurde die „Obergrenze“ an THC mit der Grenze der Nachweisbarkeit (eine Frage der Genauigkeit der Messtechnik) gleichgesetzt. Dies bedeutet, dass beim THC-Nachweis eine Meldung an die zuständige Führerscheinbehörde erfolgt, unabhängig davon, ob die Fahrtüchtigkeit tatsächlich eingeschränkt war oder nicht. Eine MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) soll dann klären, ob der Fahrer zur Trennung von Fahren und Konsum in der Lage ist. Kann ein Fahrer dies glaubhaft versichern, so erhält er seine Fahrerlaubnis zurück.

Wie lange es nach dem letzten Joint dauert, bis der oben genannte Wert erreicht wird, ist äußerst individuell und hängt vom Konsum-Muster ab: von wenigen Stunden bis einigen Wochen (bei regelmäßigem Konsum) ist alles drin.
Zum Vergleich: die THC-Konzentration direkt nach dem Konsum beträgt üblicherweise zwischen 100 und 200 ng/ml, drei Stunden danach, wenn die Rauschwirkung also schon vorbei ist, meist schon unter 5 ng/ml.
Der „Grenzwert“ gilt allerdings nur für den Tatbestand der Ordnungswidrigkeit nach §24a Straßenverkehrsgesetz.
Unabhängig davon kann es je nach Bundesland und persönlichem Glück des Fahrers – besonders bei höherem THC-COOH-Spiegel (ein Abbaustoff, der nicht mehr psychoaktiv, aber länger nachweisbar ist) – zur Anordnung einer MPU kommen. Eine dem Alkohol vergleichbare, eindeutige gesetzliche und auch wissenschaftlich begründete Regelung gibt es bei Cannabis nicht.

 

Stand: 23.05. 2011
 
Autor:  Scheller
 
Klare Antwort: Nein.

In Deutschland gilt laut Betäubungsmittelgesetz BtmG, dass der Konsum von Cannabis zwar legal ist, nicht aber „Anbau, Herstellung, Handel, Einfuhr, Ausfuhr, Abgabe, Veräußerung, sonstige Inverkehrbringung, Erwerb und Besitz von allen Pflanzenteilen und Saatgut von Hanf“. Sollte also in Blut oder Urin THC nachgewiesen werden, gilt das nicht als Straftat. Allerdings wird jeder Fund in Blut oder Urin mit einem Eintrag in die Führerscheindatei geahndet und kann ab zwei Einträgen zu einem Drogenscreening führen. Wer beim Fahren erwischt wird, hat in der Regel ohnehin mit einer MPU (Medizinisch-Psychologische-Untersuchung) zu rechnen.

Die sogenannten "geringen Mengen" werden bei Fund zwar beschlagnahmt, es liegt aber im Ermessen der Staatsanwaltschaft, ob eine Anzeige erstattet wird oder nicht. Dabei wird davon ausgegangen, dass die "geringe Menge" für den Eigenkonsum gilt und das Verfahren wird vielleicht eingestellt. Die Frage, was eine "nicht geringe Menge" ist, variiert von Bundesland zu Bundesland. Es kann also sein, dass jemand in Bayern eine Gerichtsverhandlung bekommt, während jemand in Berlin (bei gleicher Menge!) straffrei bleibt. Eine bundesweite einheitliche Höchstgrenze für Eigengebrauchsmengen gibt es trotz Forderungen noch nicht. Sollte man schon einmal als „Täter“ aufgefallen sein, sollte man sich kaum Hoffnungen machen, dass kein Verfahren eröffnet wird.

 

Weiterführende Infos:

http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtliche_Aspekte_von_Cannabis

Sowohl das Shisha- als auch das Bongrauchen sind schädlicher als das Rauchen normaler Zigaretten oder Joints, wobei es natürlich auch immer auf die Menge und Häufigkeit ankommt. Kaum ein Shisha-Raucher konsumiert den Tabak so wie ein "normaler" Zigarettenraucher, also über den ganzen Tag verteilt von morgens bis abends.

Beim Wasserpfeifenrauchen wird der Rauch aber oft viel tiefer inhaliert, als bei einer Zigarette/Joint, da das Wasser den Rauch kühlt und er deswegen nicht im Hals kratzt. Durch das Anschwellen der Rauchwaren in der Glut von Kohle entstehen durch den Tabak selbst, aber auch durch die Feuchthaltemittel, die den Rauchwaren zugesetzt sind, teilweise giftigere Verbindungen oder giftige Verbindungen in höherem Ausmaß (gilt für Shisharauchen). So sollte auch die Aufschrift „0% Teer“ nicht hinters Licht führen: der Teer entsteht hier durch das Verbrennen des Tabaks in der Glut und findet genauso den Weg in die Lungen.

Bei der Bong werden außerdem viel schneller viel höhere Konzentrationen des Wirkstoffs THC aufgenommen, als bei normalem Jointrauchen, so wird ein Rauschzustand viel schneller und heftiger erreicht.

Grundsätzlich gilt: Rauchen ist immer schädlich. Das liegt daran, dass beim Rauchen Teer entsteht, welcher krebserregend ist. Daran ändert die Konsumform (egal ob Pfeife, Wasserpfeife, Zigarette) nicht viel.

 

Weiterführende Infos:

http://www.bzga.de/pdf.php?id=f20de160c13c3a47900424b9e40ce09e

Die Frage, ob Alkohol statt Wasser in der Shisha schlimmere Auswirkungen hat, ist nicht einfach zu beantworten, da es bisher nicht untersucht wurde.

Die Funktionsweise einer Shisha ist folgendermaßen: in einer Shisha oder Wasserpfeife wird Tabak, oder Cannabis geraucht. Der entstehende Rauch wird durch einen mit Flüssigkeit, meist Wasser, gefüllten Behälter gezogen. Dadurch wird der Rauch gekühlt und leicht gefiltert.

Wird nun Alkohol statt Wasser in die Shisha gefüllt, so kann der heiße Rauch bewirken, dass Alkohol verdampft und eingeatmet wird. Alkohol kann nicht nur durch den Magen in den Organismus aufgenommen werden, sondern auch durch Inhalieren über die Lunge. Je heißer der Rauch wird, umso mehr Alkohol verdampft und kann in der Lunge durch die Bronchien schneller ins Blut aufgenommen werden. Das heißt, schon geringe Mengen an inhaliertem Alkohol können in kurzer Zeit einen sehr starken Rauschzustand bewirken. Die weiteren Risiken der Inhalation von Alkohol sind weitestgehend unerforscht. Bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol und Tabak bzw. Cannabis entsteht außerdem die Gefahr, dass man die Kontrolle über die Wirkung der Drogen verliert. Da man nicht genau weiß, wie Alkohol in einer Shisha wirkt, ist grundsätzlich davon abzuraten!

Stand: 15.03.2012

Autor: Philipp Steinebach

Weiterführende Infos:

http://www.drugcom.de/drogenlexikon/wasserpfeife/

Bundesinstitut für Risikobewertung

http://www.bfr.bund.de/de/ausgewaehlte_fragen_und_antworten_zu_wasserpfeifen-8953.html

Aufnahme von Alkohol im Körper:

http://www.suchtschweiz.ch/fileadmin/user_upload/DocUpload/alkohol_koerper.pdf

http://www.drug-infopool.de/rauschmittel/alkohol.html

Cannabis steht im Verdacht, sowohl das Auftreten einer Schizophrenie bei dementsprechend veranlagten Personen zu beschleunigen, als auch den Verlauf einer psychotischen Erkrankung ungünstig zu beeinflussen. Es wird davon ausgegangen, dass eine schizophrene Erkrankung bei einer dementsprechend veranlagten Person erst dann ausbricht, wenn sie durch einen sogenannten Stressor ausgelöst wird. Ein solcher Stressor kann die Wirkung, nach dem Konsum von Cannabis sein.

 

Weiterführende Infos:

http://www.pille-palle.net/Pille-Palle/psychose

Das IOC hat seit Januar 1999 die Anwendung von Cannabis für die Olympischen Spiele verboten. Auf der Verbotsliste der WADA ist Cannabis unter den für Wettkämpfen verbotenen Stimulanzien aufgeführt.

Die Anwendung von Cannabis führt eigentlich nicht zu einer Verbesserung sportlicher Höchstleistungen. Allerdings kann aufgrund der beruhigenden Wirkung ein Athlet in gefährlichen Sportarten riskobereiter in den Wettkampf gehen, was womöglich dann auch zu einem besseren Ergebnis führen kann. In Spielsportarten kann ein Sportler unter Umständen nach dem Konsum von Cannabis seine Mitspieler gefährden, da er eventuell ein höheres Risiko in Zweikämpfen eingeht. Vor allem in Motorsportarten, im Skiabfahrtslauf und ähnlich gefährlichen Sportarten geht ein Cannabis konsumierender Athlet unter Umständen ein höheres Unfallrisiko ein. Darüber hinaus kommt es bei höherer Dosierung zu einer Verschlechterung der Koordination.

Der Konsum von Cannabis ist möglicherweise noch wochenlang, je nach Konzentration auch monatelang nachweisbar. Eine positive Wettkampfkontrolle kann also auch möglich sein, wenn Cannabis lange vorher konsumiert wurde. Es kann sogar schon zu einer gefährlichen Situation kommen, wenn sich der Sportler in einer Discothek aufhält, in der z. B. Marihuana geraucht wird und er dadurch passiv die Substanz Tetrahydrocannabinol (THC) aufnimmt. Eine Probe wird allerdings nur positiv bewertet, wenn sie den Grenzwert von 15 ng/ml im Urin übersteigt. Der nachgewiesene Konsum von Cannabis zieht strafrechtliche, gegebenenfalls auch verbandsinterne disziplinarische Maßnahmen nach sich.
 

Weiterführende Infos:

http://www.nada-bonn.de/praevention/achtung-dopingfalle/

 

REBOUND Filme