Amphetamin - Methamphetamin (Speed, Pep, Crystal, Meth)
Diese Informationen beziehen sich auf „Speed“, „Meth“ oder „Crystal“. Informationen zu „Ecstasy“ also MDMA und weiteren Amphetaminen finden sich unter „Ecstasy“.
Geschichte Kultur Chemie Gesetze
Amphetamine sind synthetische (also chemisch hergestellte) Substanzen, welche, verglichen mit Alkohol, Tabak oder Cannabis noch keine sehr lange Geschichte oder Kultur haben. Ursprünglich wurde Amphetamin im 19 Jahrhundert von der Pharmazeutischen Industrie entwickelt und für verschiedene medizinische Verwendungen, später auch vom Militär als leistungssteigernde Droge eingesetzt. Auch heute noch werden amphetaminähnliche Substanzen in Medikamenten verwendet. Außerhalb dieser medizinischen Verwendung ist der Besitz, Handel und Erwerb (Kauf) von Amphetaminen in Deutschland verboten. Amphetamine werden im illegalen Markt meist als Pulver oder seltener als Tablette (Kapsel oder Dragee) verkauft. Wie viel und welche Wirkstoffe darin enthalten sind, lässt sich schwer sagen, da gerade Drogen in Pulverform besonders häufig gestreckt werden. Es gibt allerdings einige Institutionen, welche Analyseergebnisse veröffentlichen (sogenanntes „Drug Checking“, siehe Links). Amphetamine werden meist geschnupft oder geschluckt, seltener aber auch gespritzt oder geraucht (Methamphetamin/Crystal).
Wirkungen & Risiken
Wie bei allen Drogen ist die Wirkung von Amphetaminen abhängig von der DosisMenge(wie viel wird genommen?), psychischen Verfassung (aktuelle Stimmung) und Umgebung der Einnahme (z.B. alleine, mit anderen zusammen, zuhause, in der Disco). Amphetamine sind leistungssteigernde Drogen. Sie bewirken meist eine Stimmungssteigerung bis zur Euphorie (Glücksgefühle), gesteigertes Selbstbewusstsein, erhöhte Gesprächigkeit, Konzentrations- und Leistungssteigerung, unterdrücktes Hunger und Schlafbedürfnis. Die Wirkung von Methamphetaminen (Crystal, Meth) ist ähnlich der von Amphetamin aber deutlich stärker und länger anhaltend. Während Amphetamin eine Wirkungsdauer von etwa 5 bis 6 Stunden hat, können es bei Methamphetamin schon mal bis zu 30 Stunden sein.
Zu den kurzfristigen negativen Effekten gehört Herzrasen, Kopfschmerzen, Übelkeit, erhöhte Körpertemperatur, Angstzustände, Aggressionen oder Verfolgungswahn. Typische Effekte beim Nachlassen der Wirkung (verstärkt bei häufigerem Konsum) sind starke Erschöpfungszustände, extreme Müdigkeit bei gleichzeitiger Unfähigkeit einzuschlafen, Depressionen, Konzentrationsstörungen und Muskelschmerzen. Diese Nachwirkungen können je nach DosisMenge auch über einige Tage andauern. Langfristig schadet das Schniefen sehr stark den Nasenschleimhäuten und der Nasenscheidewand. Außerdem können (beim gemeinsamem Benutzen von Röhrchen/Geldscheinen) über kleine Verletzungen in der Nase auch Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder Herpes übertragen werden. Amphetamine können außerdem zu Hautentzündungen und sogenannten „Speed-Pickeln“ führen. Dauer-Konsumenten von Methamphetamin kratzen sich manchmal zusätzlich zwanghaft die Haut auf was zu sehr hässlichen Verletzungen im Gesicht oder an den Armen führt (das nennt man „Skin-Picking-Syndrom“).
Aufgrund der völligen Unterdrückung des Hungergefühls, verbunden mit einer mangelnden Zufuhr an Mineralien und Vitaminen haben Amphetamine für den Körper eine stark auszehrende Wirkung. Amphetamine können (insbesondere bei vulnerablen das heißt anfälligen/empfindlichen Menschen z.B. bei Fällen von Schizophrenie in der Familie) auch Psychosen (schwere psychische Erkrankungen) auslösen. Amphetamine machen zwar nicht körperlich abhängig, dies bedeutet aber nicht, dass es für abhängige Konsumenten einfach wäre den Konsum zu reduzieren oder ganz einzustellen. Im Gegenteil: eine sogenannte psychische Abhängigkeit von Amphetaminen ist in aller Regel sehr schwer zu bewältigen.
Amphetamin und Straßenverkehr
Bislang gibt es in Deutschland nur für Alkohol, Medikamente und Cannabis genauere Vorgaben bzgl. Konsum und Fahren. Für alle illegalen Drogen (außer Cannabis) gilt: Die Fahreignung wird grundsätzlich angezweifelt, wenn ein Fahrer solche Substanzen konsumiert. Und das bedeutet, dass die Fahrerlaubnis entzogen werden kann. Und Achtung: Wer noch keinen Führerschein hat, kann Probleme bei dessen Erwerb bekommen. Hier wird dann die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) beim Beantragen einer Fahrerlaubnis fällig!
Wie bei jeder Droge gibt es auch für Amphetamine verschiedene Umgangsformen damit:
Gebrauch
In der Medizin werden auch heute noch amphetaminähnliche Substanzen verwendet z.B. bei der Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizitstörungen oder krankhafter Tagesschläfrigkeit (Narkolepsie). Manche Konsumenten weisen ein gelegentliches Konsummuster (Konsummuster sind Beschreibungen der Art und Weise wie Drogen konsumiert werden z.B. Häufigkeit/Menge) auf, welches nicht mit psychischen oder körperlichen negativen Effekten verbunden ist, keine weiteren Substanzen gleichzeitig eingenommen werden und nicht regelmäßig oder gar täglich konsumiert wird.
Falscher Gebrauch
Amphetamine stellen keine zusätzliche Energie zur Verfügung auch wenn der Konsument keine Müdigkeit verspürt. Außerdem werden die verhaltensverändernde Effekte z.B. Selbstüberschätzung leicht übersehen. Wird dies bei der Nutzung der leistungssteigernden Wirkung nicht beachtet, so stellt dies einen falschen Gebrauch dar.
Aufgrund der leichten „Streckbarkeit“ der Substanz, kann es passieren, dass jemand unbeabsichtigt ganz andere (im besten Fall unwirksame – im schlimmsten Fall giftige) Stoffe konsumiert.
Problematischer Gebrauch
In diese Kategorie gehört ein Konsum, bei welchem jemand negative Effekte wie z.B. Gewichtsverlust, Erschöpfungszustände, Schlafstörungen, Konflikte mit anderen Menschen (Eltern, Lehrer, Freunde usw.), Angstzustände, Depressionen erlebt und dennoch weiter konsumiert. Dies weist zudem möglicherweise auf eine beginnende Abhängigkeit hin. Auch der Konsum über mehrere Tage hinweg (z.B. auf Rave-Parties) ohne Pausen oder Schlafphasen ist als problematischer Gebrauch anzusehen, da nicht selten körperliche oder psychische Zusammenbrüche evtl. auch Psychosen mit Verfolgungswahn auftreten. Das Spritzen von Amphetaminen bedeutet ebenso wie das Rauchen von Methamphetamin ein besonders großes Risiko hinsichtlich Überdosierung und Suchtentwicklung.
Zahlen zum Konsum von Amphetamin/Speed*
*Quelle: ESPAD Kraus et al. (2008) Die meisten Jugendlichen haben noch nie Amphetamin/Speed konsumiert. Etwa 7% der 15 bis 16-jährigen Schüler und rund 5% der Schülerinnen in diesem Alter haben mindestens einmal diese Droge konsumiert.
Selbst-Check, Safer Use Hinweise und weitere Informationen
http://www.suchtzentrum.de/drugscouts/dsv3/stoff/speed.html
http://www.drugcom.de/?uid=9c0d6759998e916384b7a671e1947cd3&id=speed
http://www.dhs.de/makeit/cms/cms_upload/dhs/amphetamine.pdf



