Ecstasy – E, Pillen
Geschichte Kultur Chemie Gesetze
Unter der Bezeichnung „Ecstasy“ (auch XTC geschrieben) werden ganz verschiedene SubstanzenStoffe
(MDMA, MDA, MDE, MBDB und andere) zusammengefasst, welche alle aber mit dem Amphetamin chemisch verwandt sind. Die Tatsache, dass es Chemikern eine zeitlang immer wieder gelang, neue Abwandlungen dieser SubstanzenStoffe auf den Markt zu bringen und so die Gesetze zu umgehen, hat diesen SubstanzenStoffe die Bezeichnung „Designerdrogen“ eingebracht. Der Hauptinhaltsstoff von Ecstasy, das MDMA wurde erstmals 1914 von der deutschen Pharmafirma Merck hergestellt. Zwar wurde Ecstasy bereits in den 1960er und 70er Jahren in den USA gelegentlich als Droge konsumiert, erlangte aber erst mit der Techno- und Rave-Szene der 1990er Jahre weitere Bekanntheit. MDMA ist in Deutschland weder als Freizeitdroge noch für die medizinische Verwendung erlaubt. Ecstasy wird meist in Pillen-/Tablettenform, selten auch Kapseln mit unterschiedlichen aufgeprägten Symbolen angeboten, wobei diese gelegentlich auch andere Substanzen (im besten Fall unwirksame – im schlimmsten Fall giftige) enthalten können. Informationen über die Inhaltsstoffe verschiedener Ecstasypillen sind über Drug-Checking-Einrichtungen zu bekommen (siehe weiterführende Links).
Wirkungen & Risiken
Wie bei allen Drogen ist die Wirkung von Ecstasy abhängig von der Dosis (wie viel wird konsumiert?), psychischen Verfassung (aktuelle Stimmung) und Umgebung der Einnahme (z.B. alleine, mit anderen zusammen, zuhause, in der Disco usw.). Die Wirkungsdauer hängt vom Inhalt der Pille ab und kann zwischen 3 und 8 Stunden betragen. Die Wirkung ist vor allem leistungssteigernd und euphorisierend (stimmungssteigernd). Konsumenten beschreiben vor allem den Abbau sozialer Hemmungen und ein Gefühl gesteigerten Einfühlungsvermögens. Körperlich wird meist eine „Leichtigkeit des Körpers“ und ein „wohliges Körpergefühl“ erlebt. Auch die Wahrnehmung verändert sich meist, wobei typsicherweise aber keine Halluzinationen auftreten.
Zu den möglichen kurzfristigen negativen Wirkungen gehören Übelkeit, Schwindel, erhöhte Körpertemperatur, Herzrasen. Typisch ist auch ein Verkrampfen der Kiefermuskulatur (Zähnemahlen). Besonders dann wenn die Substanz in überhitzten Räumen mit mangelhafter Flüssigkeitszufuhr konsumiert wird, besteht das Risiko für einen Kreislaufzusammenbruch oder auch Nieren- und Leberversagen. Typisch ist auch ein sogenannter "Ecstasy-Kater“ mit Depressionen oder Ängsten beim Abklingen der Wirkung (insbesondere beim regelmäßigen Konsum und bei höheren Dosen). Die Substanz führt relativ schnell zu einem Gewöhnungseffekt d.h. es muss immer mehr konsumiert werden, um noch eine Wirkung zu verspüren. Regelmäßiger Konsum kann eine psychische Abhängigkeit erzeugen. Infolge des verminderten Hungergefühls kann es bei gewohnheitsmäßigem Konsum zu Gewichtsverlust kommen. Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen zählen ebenfalls zu den langfristigen Konsequenzen bei häufigerem Konsum. Inwieweit Ecstasy das Gehirn schädigt und somit zu dauerhaften Konzentrations- und Gedächtnisstörungen führt, ist noch immer nicht ganz geklärt. Solche Folgen wurden vor allem bei regelmäßigem Konsum beobachtet.
Ecstasy und Straßenverkehr
Bislang gibt es in Deutschland nur für Alkohol, Medikamente und Cannabis genauere Vorgaben bzgl. Konsum und Fahren. Für alle illegalen Drogen (außer Cannabis) gilt: Die Fahreignung wird grundsätzlich angezweifelt, wenn ein Fahrer solche SubstanzenStoffe konsumiert. Und das bedeutet, dass die Fahrerlaubnis entzogen werden kann. Und Achtung: Wer noch keinen Führerschein hat, kann Probleme bei dessen Erwerb bekommen. Hier wird dann die MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) beim Beantragen einer Fahrerlaubnis fällig!
Wie bei jeder Droge gibt es auch für Ecstasy verschiedene Umgangsformen damit:
Gebrauch
MDMA wird derzeit in der Medizin fast gar nicht verwendet. Allerdings gibt es Studien zur Verwendung in der PsychotherapieSteht als Oberbegriff für alle Formen psychologischer Behandlungen, die ohne Einsatz von Medikamenten auf die Behandlung psychischer Krankheiten und Leidenszustände zielen Beim gelegentlichen Gebrauch kleinerer Mengen von Ecstasy z.B. auf Parties und Raves können die meisten negativen Effekte auf ein Minimum reduziert werden. Oft stellen Konsumenten den Konsum nach einiger Zeit wieder ganz ein.
Falscher Gebrauch
Aufgrund der Unklarheit über die Inhaltesstoffe, ist ein falscher Gebrauch von Ecstasy relativ wahrscheinlich z.B. wenn Pillen giftige Inhaltsstoffe enthalten oder aber zu hoch dosiert sind. Des Weiteren zählt auch das Zerkleinern der Pillen zum anschließenden Sniefen oder Spritzen zu dieser Kategorie.
Problematischer Gebrauch
Aufgrund der recht schnell eintretenden Gewöhnungseffekte konsumieren manche Menschen sehr hohe Dosen der Substanz (z.B. 5 oder mehr Pillen am Abend). In der Raves-Szene ist außerdem das Kombinieren mit anderen Drogen wie Alkohol oder Cannabis weiter verbreitet. Auch dies wegen der schwer zu kontrollierenden Wechselwirkungen problematisch.
Zahlen zum Ecstasykonsum*
*Quelle: Drogenaffinitätsstudie 2004 der BZgA Die meisten Jugendlichen haben noch nie Ecstasy konsumiert: Nur 4% der 12-25-Jährigen haben mindestens einmal in ihrem Leben Ecstasy genommen.
Selbst-Check, Safer Use Hinweise und weitere Informationen
http://www.suchtzentrum.de/drugscouts/dsv3/stoff/e.html
http://www.suchtzentrum.de/drugscouts/dsv3/stoff/pillen-info.html
http://www.dhs.de/makeit/cms/cms_upload/dhs/amphetamine.pdf
http://www.drugcom.de/?uid=9c0d6759998e916384b7a671e1947cd3&id=ecstasy



