Heroin & Opiate
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OpiateAlle Erzeugnisse aus dem Schlafmohn. (z.B. Morphin, Codein) werden aus der Schlafmohnpflanze gewonnen und haben eine sehr lange Tradition in der Verwendung als Medizin und Rauschdroge. Heroin, welches aus Opium (ein Produkt aus dem Pflanzensaft der Schlafmohnpflanze) gewonnen wird, hat dagegen noch keine so lange Geschichte und wird erst seit dem 19 Jh. hergestellt. Heroin wird von den Konsumenten gesnieft, geraucht oder gespritzt. Die Droge kann in Deutschland von Ärzten an Abhängige verschrieben werden. Der Besitz, Erwerb (Kauf) oder Handel für den nicht-medizinischen Gebrauch ist verboten. Auf dem Schwarzmarkt wird Heroin meist als braunes (sehr selten weißliches) Pulver verkauft. Der Reinheitsgrad dieses „Straßenheroins“ schwankt sehr stark und ist in der Regel nicht sehr hoch. Es kommt manchmal vor, dass über 90% (!) des Pulvers aus mehr oder weniger gefährlichen Beimischungen bestehen.
Wirkungen & Risiken
Wie bei allen Drogen ist die Wirkung von Heroin abhängig von der Dosis (wie viel wird genommen?), psychischen Verfassung (aktuelle Stimmung) und Umgebung der Einnahme (z.B. alleine, mit anderen zusammen, zuhause usw.). Konsumenten suchen meist eine beruhigende Wirkung. Sie fühlen sich nach dem Konsum glücklich, unbeschwert, angstfrei und selbstzufrieden. Natürlich hängt auch die Wirkungsdauer des Heroins von vielen Faktoren ab und beträgt zwischen 2 und mehreren Stunden.
Eine der größten Gefahren beim Konsum von Heroin ist sicherlich die Tatsache, dass der Mengenunterschied zwischen einer wirksamen (vom Konsumenten erwünschten) und einer tödlichen Dosis recht gering ist. Es kommen daher auch immer wieder tödliche Überdosierungen vor, entweder weil ein Konsument längere Zeit abstinent war (also nicht mehr konsumiert hat) und körperlich nicht mehr an die Droge gewöhnt ist oder aber weil ausnahmsweise eine besonders reine, nicht-gestr Dosis der Droge konsumiert wurde. Negative kurzfristige Wirkungen sind Übelkeit und Erbrechen, sehr starke Benommenheit und Schwierigkeiten beim Atmen bis hin zum Atemstillstand bei Überdosierungen. Die langfristigen negativen Effekte hängen auch wieder davon ab wie die Substanz konsumiert wird. So treten beim Sniefen wie auch bei anderen Drogen, die in die Nase eingezogen werden, Schädigungen der Nasenschleimhäute und –scheidewände auf. Obwohl das Rauchen von Heroin manchmal als im Vergleich zum Spritzen unbedenklicher dargestellt wird (was gewissermaßen auch stimmt), schadet der Rauch doch stark der Lunge (nicht zuletzt auch deshalb, weil alle Beimischungen ebenfalls verbrennen und eingeatmet werden). Allerdings stimmt es nicht, dass Heroinsniefen oder –rauchen nicht oder nicht so schnell süchtig mache. Unabhängig von der Einnahmeart hat Heroin ein hohes Suchtpotenzial. Beim Spritzen von Heroin ergeben sich viele Gefahren aus den mangelhaften hygienischen Bedingungen (z.B. unsaubere Spritzen und Orte an denen konsumiert wird). Das Risiko für Überdosierungen ist bei dieser Konsumform besonders groß. Aber auch Erkrankungen wie Hepatitis, HIV/AIDS oder bakterielle Infektionen sind unter intravenösen die direkte Verabreichung eines Medikaments oder einer Flüssigkeit in eine Vene durch Spritzen oder Infusionen..Heroinkonsumenten (solche die Heroin spritzen) weit verbreitet.
Heroin und Straßenverkehr
Bislang gibt es in Deutschland nur für Alkohol, Medikamente und Cannabis genauere Vorgaben bzgl. Konsum und Fahren. Für alle illegalen Drogen (außer Cannabis) gilt: Die Fahreignung wird grundsätzlich angezweifelt, wenn ein Fahrer solche Substanzen konsumiert. Und das bedeutet, dass die Fahrerlaubnis entzogen werden kann. Und Achtung: Wer noch keinen Führerschein hat, kann Probleme bei dessen Erwerb bekommen. Hier wird dann die MPU beim Beantragen einer Fahrerlaubnis fällig!
Wie bei jeder Droge gibt es auch für Heroin verschiedene Umgangsformen damit:
Formen medizinischen Gebrauchs, Gelegenheits- und verantwortungsbewusster Gebrauch
Opiate werden in der Medizin vor allem zur Schmerzbehandlung oder auch als Hustenstiller verwendet. Heroin wird heute nicht mehr medizinisch verwendet, abgesehen von der Verschreibung an Schwerstabhängige. Entgegen der häufig anzutreffenden Meinung, dass Heroin immer sofort süchtig mache, zeigen verschiedene wissenschaftliche Studien, dass es auch Menschen gibt, die nicht abhängig sind und die Droge nur gelegentlich in kontrollierter Weise einnehmen. Allerdings entwickeln sehr viele Probierkonsumenten nach einer gewissen Zeit einen problematischen und abhängigen Gebrauch, da die Droge schnell süchtig macht.
Falscher Gebrauch
Da Heroin auf dem Schwarzmarkt immer gestreckt ist, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit auch andere Stoffe (im besten Fall harmlose – im schlimmsten Fall giftige) mit zu konsumieren. Als falscher Gebrauch ist auch ein Heroinkonsum zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmittel (sog. Benzodiazepine) anzusehen. Viele Todesfälle gehen auf solchen Mischkonsum zurück.
Problematischer Gebrauch
Regelmäßige Heroinkonsumenten entwickeln eine körperliche und psychische Abhängigkeit. Ihr gesamtes Leben dreht sich nur noch um die Substanz, so dass alles andere wie z.B. Freundschaften aber auch Essen und die Körperhygiene vernachlässigt werden. Heroinabhängigkeit geht mit massiven negativen Konsequenzen einher (Folgekrankheiten oder Straftaten usw.).
Zahlen zum Heroinkonsum*
*Quelle: ESPAD Kraus et al. (2008) Die meisten Jugendlichen haben noch nie Heroin konsumiert. Etwa 1% der 15 bis 16-jährigen Schüler und Schülerinnen haben mindestens einmal diese Droge konsumiert.
Selbst-Check, Safer Use Hinweise und weitere Informationen
http://www.suchtzentrum.de/drugscouts/dsv3/stoff/heroin.html
http://www.bzga.de/?uid=878f11b987853eb75c063340cc5c4ea0&id=medien&sid=6...
http://www.drugcom.de/?uid=0a3487f232fe84f5e8637f65c73fd903&id=opiate



