Kokain | Cocaine | Coke

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Kokain wird über chemische Verfahren aus den Blättern der Kokapflanze gewonnen, welche in Südamerika schon seit einigen tausend Jahren als Kulturpflanze angebaut wird. Das Kauen von Koka-Blättern oder das Zubereiten als Tee hat demnach eine sehr lange Tradition in Ländern wie Bolivien und Peru. Das Sniefendurch die Nase ziehendes weißen Pulvers Kokain (also mehr oder weniger der Reinsubstanz) ist allerdings noch nicht so lange bekannt. Kokain wird von den Konsumenten in die Nase gezogen,geraucht oder auch gespritzt. Auch eine orale Aufnahme (oral = durch den Mund also Schlucken) ist möglich, wird aber aufgrund der geringeren Wirkung und dem fehlenden „Kickplötzliche Rauschwirkung“ heute kaum mehr praktiziert (das Getränk Coca Cola enthielt aber wie der Name verrät tatsächlich bis 1903 Kokain). Durch einfache chemische Vorgänge wird aus Kokain die reinere „freie Base“ (Freebase) hergestellt und diese wird weiter zu CrackNatron mit Kokainsalz verarbeitet. Beide Kokainformen werden vor allem für den Rauchkonsum hergestellt.
Kokain ist in Deutschland ein verkehrsfähiges und verschreibungsfähiges Betäubungsmittel, d.h., dass der Besitz, Erwerb (Kauf) und Handel als Freizeitdroge verboten ist zugleich aber eine medizinische Verwendung unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt ist. Auf dem Schwarzmarkt verkauftes Kokain ist in aller Regel mehr oder weniger stark gestreckt (z.B. mit Milchzucker, Paracetamol, Lidocain, Amphetamin).

Wirkungen & Risiken

Wie bei allen Drogen ist die Wirkung von Kokain abhängig von der Dosis (wie viel wird konsumiert?), Art der Einnahme, psychischen Verfassung (aktuelle Stimmung) und Umgebung der Einnahme (z.B. alleine, mit anderen zusammen, zuhause, in der Disco). Kokain ist von der Wirkung her dem Amphetamin ähnlich, wirkt aber stärker euphorisierend (stimmungssteigernd). Die meisten Konsumenten erwarten einen aufputschenden stimmungssteigernden Effekt. Außerdem steigert Kokain das Selbstbewusstsein und die Gesprächigkeit. Die Substanz unterdrückt das Hungergefühl und Schlafbedürfnis.
Die Dauer der Wirkung beträgt abhängig von der Art der Einnahme (Sniefendurch die Nase ziehen oder Rauchen) von einigen Minuten bis zu 1-2 Stunden. Typisch für die Wirkung von Kokain ist, dass die als positiv erlebten Wirkungen recht schnell durch entgegen gesetzte negative Wirkungen abgelöst werden (so wird z.B. Glücksempfinden zu Depression). Besonders beim regelmäßigen Konsum wird die Dauer der euphorisierenden Wirkung immer kürzer und die negativen Effekte wie innere Unruhe, Getriebensein, Gereiztheit oder Depressionen bleiben über einige Stunden bestehen.
Kokain verengt die Blutgefäße, so dass Herzinfarkte oder Schlaganfälle möglich sind. Überdosierungen (insbesondere beim Spritzen) können über Atemlähmungen zum Tod führen!
Zu den möglichen negativen psychischen Wirkungen gehören: Angstzustände Aggressivität und Reizbarkeit. Bei sehr hohen Dosen oder bei Gewohnheitskonsum können auch Psychosen (schwere psychische Erkrankungen) mit Verfolgungswahn und Halluzinationen (Sehen von Dingen die nicht da sind) auftreten. Zwar erzeugt Kokain keine körperliche, dafür aber eine psychische Abhängigkeit, bei welcher das extreme Verlangen nach der Droge das Einstellen oder Reduzieren des Konsums sehr schwer machen kann.

Kokain und Straßenverkehr

Bislang gibt es in Deutschland nur für Alkohol, Medikamente und Cannabis genauere Vorgaben bzgl. Konsum und Fahren. Für alle illegalen Drogen (außer Cannabis) gilt: Die Fahreignung wird grundsätzlich angezweifelt, wenn ein Fahrer solche Substanzen konsumiert. Und das bedeutet, dass die Fahrerlaubnis entzogen werden kann. Und Achtung: Wer noch keinen Führerschein hat, kann Probleme bei dessen Erwerb bekommen. Hier wird dann die MPU beim Beantragen einer Fahrerlaubnis fällig!

Wie bei jeder Droge gibt es auch für Kokain verschiedene Umgangsformen damit:

Gebrauch

In der Medizin wird Kokain heute so gut wie gar nicht mehr verwendet. Der überwiegende Teil der Kokainkonsumenten probiert die Substanz nur wenige male und stellt den Konsum dann wieder ganz ein. Einige Konsumenten sind auch dazu in der Lage die Substanz nur gelegentlich zu konsumieren ohne dass dabei viele negative Effekte auftreten.

Falscher Gebrauch

Auf dem Schwarzmarkt gehandeltes Kokain enthält häufig weitere Substanzen (im besten Fall unwirksame – im schlimmsten Fall giftige) von denen der Konsument nichts weiß und die er oder sie nicht konsumieren möchte. So kann beispielsweise Amphetamin oder Methamphetamin unbeabsichtigt konsumiert werden. Manchmal wird Kokain zusammen mit weiteren Substanzen v.a. Alkohol konsumiert. Die Risiken steigen hierbei und die Wirkungen ergänzen sich unter Umständen ungünstig.

Problematischer Gebrauch

Viele regelmäßige Konsumenten nehmen die Substanz solange bis nichts mehr da ist. Solche dauerhaft exzessiven oder auch periodisch (d.h. immer mal wieder) auftretenden Konsummuster zählen zum Problemkonsum. Auch jede Form des regelmäßigen Konsums bei welchem nicht notwendigerweise große Mengen konsumiert werden.
Schließlich zählt auch das Rauchen von Kokain bzw. Freebase und

 

 

aufgrund des enormen Suchtrisikos (das heißt man kann sehr schnell süchtig werden) und weiterer Gefahren hierzu (z.B. Überdosierungen, Schlaganfälle und Herzinfarkte).

Zahlen zum Kokainkonsum*

*Quelle: ESPAD Kraus et al. (2008) Die meisten Jugendlichen haben noch nie Kokain konsumiert. Rund 4% der 15 bis 16-jährigen Schüler und rund 3% der Schülerinnen in diesem Alter haben mindestens einmal diese Droge konsumiert.

Selbst-Check, Safer Use Hinweise und weitere Informationen

http://www.dhs.de/makeit/cms/cms_upload/dhs/faltblatt_kokain.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Kokain#Rechtslage

http://www.drugcom.de/?uid=f1b2582e30c5ed08e14c96c06dc43a5f&id=kokain

http://www.suchtzentrum.de/drugscouts/dsv3/stoff/koks.html

Drug-Checking:

http://www.checkyourdrugs.at/data/_static/news/index.html

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