LSD – Trips, Acid, Pappen, Papers, Micros
Geschichte Kultur Chemie Gesetze
LSD ist die Abkürzung für die chemisch hergestellte Substanz Lysergsäurediethylamid. Die Wirkung dieser Substanz entdeckte der Schweizer Chemiker Albert Hofmann als er versehentlich etwas davon im Labor zu sich nahm. Es handelt sich dabei um eine kristalline Substanz, die aber praktisch nur auf Trägersubstanzen wie kleinen Kartonstückchen seltener auch als kleine Tabletten (sog. Micros), Kapseln oder Lösung in flüssiger Form gehandelt wird. Solche Trägersubstanzen werden deshalb benötigt, weil die Droge in extrem kleinen Mengen gehandelt und konsumiert wird. Anders als bei den meisten anderen Drogen, reicht bei LSD schon eine sehr kleine Menge aus, um einen starken Rausch hervorzurufen. Die wirksame Menge wird daher in Mikrogramm angegeben, das heißt in Millionstel Gramm (1:1.000.000). Grob gesagt lassen sich aus einem Gramm LSD 100.000 LSD-Trips herstellen. Die Substanz ist in Deutschland verboten und darf auch nicht von Ärzten medizinisch verwendet werden.
Wirkungen & Risiken
Wie bei allen Drogen ist die Wirkung von LSD abhängig von der Dosis, psychischen Verfassung (aktuelle Stimmung) und Umgebung der Einnahme (z.B. alleine, mit anderen zusammen, zuhause, in der Disco usw.). LSD gehört zu den Halluzinogenen (Drogen welche die Wahrnehmung stark verändern können) und die Konsumenten erhoffen sich von der Einnahme eine Veränderung des Wahrnehmens und Empfindens. Dabei werden Farben anders gesehen oder Musik ganz anders oder intensiver erlebt. Die Substanz wirkt meist aber auch leicht euphorisierend (stimmungssteigernd) und anregend (reduziertes Schlafbedürfnis). Da sich auch das Denken und Gefühlsleben verändert, berichten manche Konsumenten eine gesteigerte Kreativität. Dies ist auch der Grund warum LSD vor allem in der Musik Künstlerszene der 1960/70er und teilweise auch wieder in der Technoszene der 1990er Jahre verbreitet war. Insbesondere bei höheren Dosen können auch Illusionen und Halluzinationen auftreten, d.h. es werden Dinge völlig verändert wahrgenommen oder auch etwas gesehen, was gar nicht existiert. Da diese Erfahrungen sehr intensiv sind, kann es aber auch passieren, dass jemand Ängste entwickelt, sich bedroht fühlt oder Angst bekommt verrückt zu werden. LSD wirkt abhängig von der Dosis relativ lange: ca. 6-12 Stunden. Zu den kurzfristigen negativen Wirkungen gehört auch manchmal Übelkeit vor allem beim Einsetzen der Wirkung. Da LSD besonders in höherer Dosierung das Denken und die Wahrnehmung stark verändert, kann es passieren, dass jemand Situationen völlig falsch einschätzt und daher auch falsch reagiert. Dies gilt insbesondere im Straßenverkehr (auch als Fußgänger)! Selten werden auch sogenannte Horrortrips erlebt, bei welchen nicht nur starke Ängste auftreten, sondern auch Halluzinationen mit angstauslösenden Bildern geschildert werden. LSD verursacht kaum langfristige negative Folgen, denn es ist für den Körper kaum giftig und verursacht auch keine Abhängigkeit. Die Risiken sind also eher die kurzfristig eintretenden unerwünschten psychischen Wirkungen wie Ängste und Verwirrtheitszustände.
Wie viele andere Drogen auch (z.B. Cannabis, Amphetamine) kann LSD bei Menschen mit einer Veranlagung dazu (z.B. bei Fällen von Schizophrenie in der Familie) eine Psychose (schwere psychische Erkrankungen) auslösen.
LSD und Straßenverkehr
Bislang gibt es in Deutschland nur für Alkohol, Medikamente und Cannabis genauere Vorgaben bzgl. Konsum und Fahren. Für alle illegalen Drogen (außer Cannabis) gilt: Die Fahreignung wird grundsätzlich angezweifelt, wenn ein Fahrer solche Substanzen konsumiert. Und das bedeutet, dass die Fahrerlaubnis entzogen werden kann. Und Achtung: Wer noch keinen Führerschein hat, kann Probleme bei dessen Erwerb bekommen. Hier wird dann die MPU beim Beantragen einer Fahrerlaubnis fällig!
Wie bei jeder Droge gibt es auch für LSD verschiedene Umgangsformen damit:
Formen von kontrolliertem und medizinischem Gebrauch
In der Medizin wird LSD derzeit kaum mehr verwendet. Die Substanz wurde im Rahmen psychotherapeutischer Anwendungen untersucht, auch derzeit wieder in wissenschaftlichen Studien. Der Gebrauch als Freizeitdroge wird meist nach einiger Zeit wieder eingestellt. Viele der oben genannten Risiken lassen sich reduzieren, indem vorsichtig dosiert wird, die Umgebung und anwesende Personen sorgfältig geplant werden und nur in eigener guter psychischer Verfassung konsumiert wird.
Problematischer Gebrauch
Da LSD anders als viele andere Drogen extrem schnell zu Toleranz- bzw. Gewöhnungseffekten führt, zeigt eine erneute Einnahme am Folgetag meist überhaupt keine Wirkung. Auch LSD kann auf dem Schwarzmarkt verunreinigt sein. Dies gilt besonders für Tabletten oder Kapseln und weniger für die sog. „Pappen“ oder „Papers“ (kleine Papierstückchen). Als Falscher Gebrauch ist auch jeder Konsum in Situationen, welche ein „normales Funktionieren“ erfordern zu bezeichnen (z.B. Straßenverkehr, Schule, Arbeit usw.)
Abhängigkeiten sind weitgehend unbekannt. Allerdings kann auch der regelmäßigere Konsum von LSD zu verschiedenen Problemen führen. Aufgrund der langen Wirkungsdauer von LSD ist es insbesondere beim häufigeren Konsum wahrscheinlich, dass jemand früher oder später in Situationen hineingerät, welche eigentlich ein normales Funktionieren erfordern würden.
Zahlen zum LSD-Konsum*
*Quelle: ESPAD Kraus et al. (2008) Die meisten Jugendlichen haben noch nie LSD konsumiert. Rund 4% der 15 bis 16-jährigen Schüler und 2,5% der Schülerinnen in diesem Alter haben mindestens einmal LSD konsumiert.
Selbst-Check, Safer Use Hinweise und weitere Informationen
http://www.suchtzentrum.de/drugscouts/dsv3/stoff/lsd.html
http://www.sfa-ispa.ch/DocUpload/di_Halluzinogene.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/LSD#Rechtsstatus
http://www.drugcom.de/?uid=5ef7afab038cfbeeb8be739b9831426d&id=halluzino...




