Psilocybin – Pilze
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Psilocybin ist in verschiedenen Pilzarten enthalten, welche teilweise auch bei uns in Deutschland vorkommen. Die rituelle Verwendung solcher halluzinogener Pilze hat in der Kultur der Ureinwohner Mittel- und Südamerikas eine lange Tradition. Bei uns werden solche Pilze allerdings noch nicht sehr lange als Freizeitdroge verwendet. Psilocybin ist wie auch die psilocybinhaltigen Pilze in Deutschland verboten.
Wirkungen & Risiken
Psilocybin hat ähnliche Wirkungen wie LSD. Beide Substanzen werden zu den Halluzinogenen (das sind Drogen, welche die Wahrnehmung stark verändern können) gezählt. Wie bei allen Drogen ist die Wirkung abhängig von der Dosis, Wirkstoffgehalt (dieser kann stark schwanken), Gewöhnung des Konsumenten aber auch vom Umfeld des Konsums (zuhause, in der Disco, alleine oder mit anderen zusammen usw.) und der psychischen Verfassung (z.B. momentane Stimmung). Die Dauer der Wirkung hält, abhängig von der Dosis und weiteren Aspekten, von einer bis zu mehreren Stunden an. Typische Wirkungen, welche von den Konsumenten angestrebt werden sind Veränderungen des Wahrnehmens und Empfindens (Farben oder Musik werden anders oder intensiver erlebt). Aber auch das Denken und Fühlen kann deutlich verändert vom Normalzustand sein. Halluzinationen (Sehen von Dingen die nicht da sind) und Illusionen (etwas anders sehen als es ist) können auftreten, wobei Dinge völlig verändert wahrgenommen werden oder auch etwas gesehen wird das gar nicht existiert.
Zu den kurzfristigen negativen Wirkungen gehören Übelkeit, Herzrasen, Schweißausbrüche als körperliche Reaktionen und Angstzustände mit der Sorge verrückt zu werden oder die Kontrolle zu verlieren. Wie bei LSD können auch hier sogenannte Horrortrips erlebt werden, bei welchen nicht nur starke Ängste auftreten, sondern auch Halluzinationen mit angstauslösenden Bildern geschildert werden. Wie bei vielen anderen Drogen auch (z.B. Cannabis, Amphetamine) kann auch Psilocybin bei Menschen mit einer Veranlagung dazu (z.B. bei Fällen von Schizophrenie in der Familie) eine Psychose (eine schwere psychische Erkrankung) auslösen. Wie auch bei LSD liegen die Risiken also überwiegend im Bereich psychischer Reaktionen (z.B. Angst und Verwirrtheitszustände).
Psilocybin und Straßenverkehr
Bislang gibt es in Deutschland nur für Alkohol, Medikamente und Cannabis genauere Vorgaben bzgl. Konsum und Fahren. Für alle illegalen Drogen (außer Cannabis) gilt: Die Fahreignung wird grundsätzlich angezweifelt, wenn ein Fahrer solche Substanzen konsumiert. Und das bedeutet, dass die Fahrerlaubnis entzogen werden kann. Und Achtung: Wer noch keinen Führerschein hat, kann Probleme bei dessen Erwerb bekommen. Hier wird dann die MPU beim Beantragen einer Fahrerlaubnis fällig!
Wie bei jeder Droge gibt es auch für Psilocybin verschiedene Umgangsformen damit:
Formen von kontrolliertem und medizinischem Gebrauch
In der Medizin wird Psilocybin derzeit kaum mehr verwendet. Die Substanz wurde im Rahmen psychotherapeutischer Anwendungen untersucht. Der Gebrauch als Freizeitdroge wird meist nach einiger Zeit wieder eingestellt. Viele der oben genannten Risiken lassen sich reduzieren indem vorsichtig dosiert wird, die Umgebung und anwesende Personen sorgfältig geplant werden und nur in eigener guter psychischer Verfassung konsumiert wird.
Problematischer Gebrauch
Da Psilocybin anders als viele andere Drogen extrem schnell zu Toleranz- bzw. Gewöhnungseffekten führt, zeigt eine erneute Einnahme am Folgetag meist eine deutlich reduzierte Wirkung. Werden Pilze selbst in der Natur gesammelt, besteht das Risiko für Verwechslungen mit anderen Pilzen (Vergiftungsgefahr!).
Als Falscher Gebrauch ist auch jeder Konsum in Situationen, welche ein „normales Funktionieren“ erfordern zu bezeichnen (z.B. Straßenverkehr, Schule, Arbeit usw.)
Abhängigkeiten sind weitgehend unbekannt. Allerdings kann auch der regelmäßigere Konsum von Psilocybin zu verschiedenen Problemen führen vor allem dann, wenn jemand unter Einfluss der Droge in Situationen hineingerät, welche eigentlich ein normales Funktionieren erfordern würden.
Zahlen zum Psilocybinkonsum*
*Quelle: ESPAD Kraus et al. (2008) Die meisten Jugendlichen haben noch nie Psilocybin bzw. halluzinogene Pilze konsumiert. Etwa 6% der 15 bis 16-jährigen Schüler und 3% der Schülerinnen haben mindestens einmal solche Pilze konsumiert.
Selbst-Check, Safer Use Hinweise und weitere Informationen
http://www.suchtzentrum.de/drugscouts/dsv3/stoff/pilze.html
http://www.sfa-ispa.ch/DocUpload/di_Halluzinogene.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Zauberpilz
http://de.wikipedia.org/wiki/Psilocybin
http://www.drugcom.de/?uid=310ec2b73290b39bd8061809efaae668&id=halluzino...



