Cannabis – Hasch, Grass, Marihuana, Dope

History / culture / chemistry / law

Cannabisprodukte wie Grass oder Haschisch werden aus der Hanf-Pflanze gewonnen. Hanf hat eine sehr lange Tradition als Nutz- und Heilpflanze. Was allerdings den Gebrauch als psychoaktive Substanz angeht, so ist dieser in Deutschland vor den 1970er Jahren kaum verbreitet gewesen. Cannabisrauchen war im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts bei uns eher als Tabakersatz für „arme Leute“ bekannt (das nannte man damals „Knaster“). Cannabisprodukte werden als psychoaktive Substanzen (also Drogen, die das Erleben und Verhalten beeinflussen) vor allem als Marihuana oder Grass (getrocknete Blüten der weiblichen Hanfpflanze) und Haschisch bzw. „Shit“ oder „Dope“ geraucht. Seltener wird auch ein Haschisch-Öl geraucht, welches mithilfe von Lösungsmittel hergestellt wird. Der Besitz, Handel und Erwerb (Kauf) auch kleiner Mengen von Cannabis ist in Deutschland verboten. Eine medizinische Verwendung des Hauptwirkstoffes von Cannabis, dem THC (Abkürzung für Tetrahydrocannabinol), ist bei bestimmten Erkrankungen möglich.
Die Wirkstoffe von Cannabis nennt man Cannabinoide. Cannabis enthält viele verschiedene dieser Wirkstoffe. Der Wirkstoffgehalt kann sehr verschieden sein von Werten nahe Null (z.B. bei dem in Deutschland angebauten Faserhanf) bis zu 20% bei speziellen Züchtungen aus illegalen Plantagen in den Niederlanden oder auch bei uns. Meist wird Cannabis zusammen mit Tabak (in Zigarettenform „Joints“ oder in Pfeifen) geraucht manchmal aber auch in fetthaltigen Getränken (z.B. Kakao) getrunken, sowie als Nahrungsmitteln zubereitet gegessen (z.B. in Keksen).

Wirkungen & Risiken

Wie bei allen Drogen ist die Wirkung abhängig von der Dosis (wie viel wird genommen?), Wirkstoffgehalt (wie stark ist es?), Gewöhnung (wie viel jemand verträgt) des Konsumenten aber auch vom Umfeld des Konsums (zuhause, in der Disco, alleine oder mit anderen zusammen usw.) und der psychischen Verfassung (z.B. momentane Stimmung). Die Dauer der Wirkung hält, abhängig von der Dosis und weiteren Aspekten, von einer bis zu mehreren Stunden an. Cannabis in Getränken oder Nahrungsmittel wirkt meist stärker und länger, ist zugleich aber auch schwieriger zu dosieren.
Typisch für die Cannabiswirkung ist ein Nebeneinander von anregenden und beruhigenden Wirkungen. Außerdem Veränderungen des Hörens, Sehens und Fühlens sowie des Raum- und Zeiterlebens. Zum Beispiel kann eine Stunde wie eine Ewigkeit empfunden werden.
Typische körperliche Wirkungen sind Mundtrockenheit, "rote Augen", niedriger Blutdruck und gesteigerter Appetit. Als Hauptgründe für den Konsum von Cannabis werden vor allem der Wunsch nach Entspannung und Ablenkung aber auch das Steigern von Wahrnehmung und Empfinden z.B. beim Musikhören genannt. Zu den schnell spürbaren möglichen negativen Effekten gehören Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufbeschwerden, Herzrasen, Angstzustände und seltener Halluzinationen (Sehen von Dingen die nicht da sind). Solche Wirkungen sind vor allem Folge einer Überdosierung. Regelmäßiger Cannabiskonsum kann eine Abhängigkeit erzeugen. Bei vulnerablen (empfindlichen/anfälligen) Menschen (solche mit einer Veranlagung dazu z.B. bei Fällen von Schizophrenie in der Familie) kann Cannabis eine Psychose (schwere psychische Erkrankungen) auslösen. Der gleichzeitige Konsum mit Alkohol kann zu starker Übelkeit und Erbrechen führen.

Wird Cannabis regelmäßig geraucht ist damit auch ein höheres Risiko für Krebserkrankungen verbunden. Außerdem sind mit einem häufigeren Konsum auch Einschränkungen des Kurzzeitgedächtnisses verbunden. Das Auftreten körperlicher Entzugserscheinungen, „Flashbacks“ (erneute Drogenwirkungen ohne erneuten Drogenkonsum) oder eines „amotivationalen Syndroms“ („Null-Bock-Einstellung“) ist umstritten.

Cannabis und Straßenverkehr

Die rechtliche Situation zu Cannabis im Straßenverkehr ist leider oft unklar. Zwar gibt es gesetzliche Vorgaben zum Umgang mit Cannabiskonsum im Straßenverkehr, diese führen aber oft zu Streitigkeiten vor Gericht. Häufig führt der Nachweis von Cannabiskonsum bei Fahrern eines Kfz zu Zweifeln an der Fahreignung und damit zur MPU (Medizinisch Psychologische Untersuchung).

Als Faustregel gilt folgendes:
Ein gelegentlicher Konsum von Cannabis schließt die Fahreignung nicht grundsätzlich aus solange Fahren und Konsum getrennt werden (also nicht unter dem Einfluss der Droge fahren) und keine weiteren Bedingungen vorliegen, welche Zweifel an der Fahreignung aufkommen lassen z.B. Mischkonsum mit Alkohol oder anderen Drogen, Zeichen von Cannabismissbrauch oder –abhängigkeit.

Wer also regelmäßig konsumiert oder aber bei einer Verkehrskontrolle einen positiven Blut/Urin-Test abliefert, muss mit dem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen. Einen Grenzwert, vergleichbar der Promille-Regelung beim Alkohol gibt es für Cannabis nicht!

Wie bei jeder Droge gibt es auch für Cannabis verschiedene Umgangsformen damit:

Gebrauch

Hierzu zählt zunächst der medizinische Gebrauch z.B. als appetitsteigerndes Mittel bei AIDS oder Krebs oder in der Behandlung von chronischen (dauernden) Schmerzen oder Multiple Sklerose (eine Nervenerkrankung). Außerhalb der medizinischen Verwendung zählt zu dieser Kategorie auch ein gelegentlicher Cannabiskonsum, welcher nicht mit psychischen oder körperlichen negativen Effekten verbunden ist, keine weiteren Substanzen gleichzeitig eingenommen werden und nicht regelmäßig oder gar täglich konsumiert wird.

Falscher Gebrauch

Konsum vor oder während solcher Tätigkeiten, welche viel Aufmerksamkeit und Konzentration einer Person erfordern z.B. Teilnahme am Straßenverkehr oder Lernen. Beim oralen Gebrauch (Essen oder Trinken) ist die Gefahr von Überdosierungen besonders groß, vor allem, wenn aufgrund der verzögerten Wirkung „nachgelegt“ wird. Falscher Gebrauch liegt auch dann vor, wenn einerseits aufgrund schlechter Qualität besonders viel konsumiert wird (z.B. bei THC-armen Hanfs zur Faserherstellung) oder andererseits hochgezüchtete besonders starke Sorten unvorsichtig überdosiert werden. Da Cannabis illegal ist, kommt es auch gelegentlich vor, dass gefährliche Streck- oder Zusatzstoffe darin enthalten sind (Glasstaub, giftige Spritzmittel). Schließlich ist auch der Cannabiskonsum im be- oder angetrunkenen Zustand als falscher Gebrauch anzusehen.

Problematischer Gebrauch

Bei täglichem oder fast täglichem Konsum steigt das Risiko dass jemand in unpassenden Situationen unter dem Einfluss der Droge steht (z.B. in der Schule oder im Straßenverkehr). Solche Konsumenten vermeiden auch gelegentlich Situationen, in denen sie nicht konsumieren könnten (z.B. Unternehmungen mit nicht-konsumierende Bekannten/Freunden). Erlebt jemand negative Effekte des Cannabiskonsums wie z.B. Lernschwierigkeiten, Müdigkeit, Konflikte mit anderen Menschen (Eltern, Lehrer, Freunde usw.), Angstzustände, Depressionen und konsumiert dennoch weiter, so ist das ebenfalls ein problematischer Gebrauch und weist möglicherweise auf eine beginnende Abhängigkeit hin.

Zahlen zum Cannabiskonsum*

 

*Quelle: Drogenaffinitätsstudie 2008 der BZgA Die große Mehrheit der 12-17-Jährigen hat keine Erfahrung mit Cannabis. Rund 10% der Jugendlichen in dieser Altersgruppe haben mindestens einmal Cannabis konsumiert.

Nur 1% der 12-17-Jährigen konsumiert regelmäßig Cannabis (mindestens 10-mal im Jahr).

Selbst-Check, Safer Use Hinweise und weitere Informationen

http://www.suchtzentrum.de/drugscouts/dsv3/stoff/cannabis.html

http://www.dhs.de/web/daten/DHS_Basisinfo_Cannabis.pdf

http://www.drugcom.de/?uid=d8877007964d066858df51d407008f18&id=cannabis

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