Ecstasy – E, Pillen

Geschichte/ Kultur/ Chemie/ Gesetze

Der Hauptinhaltsstoff von Ecstasy, das MDMA (3,4-Methylendioxy-N-Methylamphetamin) wurde erstmals 1914 von der deutschen Pharmafirma Merck hergestellt. Es gehört zur Gruppe der Amphetamine und sollte als Appetitzügler dienen, wurde aber nie als Medikament auf den Markt gebracht. In den 1960er und 70er Jahren wurde Ecstasy in den USA gelegentlich als Droge konsumiert, erlangte aber erst mit der Techno- und Rave-Szene der 1990er Jahre größere Beliebtheit. Warum die Bezeichnung „Designerdroge“? Chemiker haben es geschafft neue Abwandlungen der Substanzen auf den Markt zu bringen, um so die Gesetze zu umgehen – sie haben die Substanz immer wieder neu „designed“. Findige Labore produzieren immer wieder neue (vorübergehend legale) Drogen für die Rave‐Szene deren Risikopotenzial nahezu unbekannt ist (zuletzt z.B. die Substanz Methedrone).

Wirkungen & Risiken

Wie äußert sich die Wirkung von Ecstasy? Der Rausch ist nie gleich, selbst wenn man zweimal eine identisch aussehende Pille einnimmt.
Was spielt bei der Wirkung eine Rolle?

  • die Inhaltsstoffe
  • die Dosis
  • die Person: psychische Verfassung und momentane Stimmung. Aber auch:  „Kenn ich mein eigenes Limit? Weiß ich, wann ich Schluss machen muss?“
  • die Umgebung: „Bin ich alleine oder mit anderen zusammen?“

Ecstasy und Straßenverkehr

Wer unter Einfluss von Ecstasy am Straßenverkehr teilnimmt, begeht eine Ordnungswidrigkeit (Geldbuße bis zu 1.500,- Euro und Fahrverbot zwischen einem und drei Monaten).  Kommen drogenbedingte Fahrfehler, eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer oder sogar ein Verkehrsunfall hinzu, handelt es sich um eine Straftat (§ 316 StGB: Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, § 315b StGB: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe). Der Drogenkonsum kann bei einer Verkehrskontrolle vor Ort innerhalb kürzester Zeit mit Testgeräten im Schweiß, Speichel oder Urin festgestellt werden. Bei positivem Testergebnis wird meist eine MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) angeordnet.
Beispiel einer Fahrt unter Drogeneinfluss ohne Fahrfehler, ohne Gefährdung anderer und ohne Unfall:

Formen von kontrolliertem und medizinischem Gebrauch

MDMA wird in der Medizin nicht mehr verwendet. In der Psychotherapie gibt es derzeit eine versuchsmäßige Anwendung (nicht in Deutschland). Es gibt Gelegenheitskonsumenten, die Ecstasy gebrauchen ohne je eine Sucht, eine körperliche oder psychische Störung zu entwickeln. Die Übergänge zum problematischen Konsum sind aber wie bei jeder Droge fließend. Auf jeden Fall kommt es darauf an, dass Konsumenten sich selbst kritisch beobachten und darauf achten, dass sie viele andere Möglichkeiten haben ihre Freizeit zu verbringen und Probleme zu bewältigen.

Formen problematischen Gebrauchs

Da die Inhaltsstoffe nicht bekannt sind, ist ein „falscher Gebrauch“ von Ecstasy relativ wahrscheinlich. Die Pillen können giftige Inhaltsstoffe enthalten oder zu hoch dosiert sein. Das Zerkleinern der Pillen, um sie anschließend zu Sniefen oder zu Spritzen ist höchst riskant.
Bei Ecstasy tritt rasch ein Gewöhnungseffekt ein. Das Ergebnis: die Dosis wird erhöht und es bleibt nicht bei einer Pille am Abend. Gerade in der Rave-Szene ist es beliebt Ecstasy zusammen mit Alkohol oder Cannabis einzunehmen. Die Wechselwirkungen sind schwer einzuschätzen und das Risiko gefährlicher Nebenwirkungen ist gerade beim Mischkonsum enorm hoch.

Fakten und Zahlen

Die meisten Jugendlichen haben noch nie Ecstasy konsumiert: Nur 4% der 12-25-jährigen haben mindestens einmal in ihrem Leben Ecstasy genommen.*
*Quelle: Drogenaffinitätsstudie 2004 der BZgA
 

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