Philosophie & Wissenschaftlicher Hintergrund

Der Gebrauch von Verantwortung - alle sind dabei

Ein wichtiger Begriff in REBOUND ist Verantwortung. REBOUND unterstützt Jugendliche dabei herauszufinden, was verantwortungsbewusster Umgang mit Alkohol und anderen Drogen bedeutet.
Dabei ist klar, dass der Gebrauch von Verantwortung immer wichtiger ist, als der verantwortliche Gebrauch. REBOUND unterstützt Jugendliche, die abstinent bleiben wollen (wir nennen es: Kein Konsum-Entscheidung). Aber REBOUND ist auch für Jugendliche da, die experimentieren und ausprobieren, obwohl Erwachsene gerne hätten, dass sie es nicht tun. Indem wir den Kontakt zu den Jugendlichen halten und versuchen ihre Ziele zu verstehen, verhindern wir, dass sie sich selber in Außenseiterrollen zurückziehen.

"Vor der Kamera" - Medien und Erlebnis im Mittelpunkt

Wir arbeiten intensiv mit Kurzfilmen und anderen erfahrungsorientierten Methoden. In diesen Filmen spielen Jugendliche Szenen rund um das Thema Rausch und Risiko. Schaut man genauer hin, geht es in den Filmen aber einfach um Leben und Lernen, um Themen wie Dazugehörigkeit und Sich-selber-finden, seine eigenen Grenzen kennen lernen und die Frage, welche Werte eigentlich wichtig sind. Bei dem Thema Alkohol oder Cannabis werden diese Fragen aufgeworfen, kritisch bearbeitet und neu beantwortet. Gelingt es im Kurs die Motivation der Jugendlichen zu wecken, dann wird ein Teil des Programms von ihnen selbst vermittelt. REBOUND wurde und wird von den Menschen mit entworfen, um die es geht. Unsere Schüler-Mentoren helfen dabei das Programm „rüberzubringen“.
 

Die Wissenschaft dahinter

REBOUND wird zurzeit (bis Ende 2012) in einer kontrollierten Evaluationsstudie erforscht. Dies geschieht auf dem bestmöglichen Niveau der wissenschaftlichen Praxis.
Das Konzept, die Arbeitsweise und angewandte Methoden umfassen sowohl bereits bewährte Ansätze (sogenannte Best-Practice-Konzepte), als auch neue Entwicklungen. Zu den Neuentwicklungen des Programms gehören zum Beispiel einige theaterpädagogische Methoden und die Arbeit mit gefilmten Szenarien. Die Entwicklung und Erprobung dieser Methoden erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Jugendlichen, welche im PRAXISLABOR an der Weiterentwicklung dieser neuen Konzepte beteiligt sind.

Die Studie

REBOUND ist ein innovatives Programm zum sozialen Lernen, das in einer Kooperation der Mentor Stiftung Deutschland, KIRON und dem Uniklinikum Heidelberg entwickelt wurde und durch die Europäische Union gefördert wird. Neben bereits bewährten Ansätzen (sogenannte Best-Practice-Konzepte) werden auch neue präventive Methoden in REBOUND angewandt (siehe REBOUND Programmtheorie). Damit ist vor allem unser Film-basierter Ansatz gemeint.

 

Die Sicherung von Qualität in der Entwicklung und Durchführung von REBOUND gilt als zentrales Anliegen des Programms. Wie soll dies erreicht werden? Eine Evaluation aller Programmteile erfolgte im Rahmen einer groß angelegten Wirksamkeitsstudie im Jahr 2011. Im Zuge der Förderung geeigneter Maßnahmen zur Qualitätssicherung in der Suchtprävention hat die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) mit der Formulierung von Standards der Suchtprävention begonnen - in Anlehnung an das „Red Book“ des US-amerikanischen National Institut on Drug Abuse (NIDA). Das Qualitätsmanagement von REBOUND orientiert sich an diesen Standards. Unsere Studie begleitet die Umsetzung der eigentlichen Intervention (die 16 Kursstunden). Dies erfolgt durch eine sogenannte Prozessevaluation, bei der wir genau schauen, was funktioniert, was bei Jugendlichen und Lehrern ankommt. Dabei steht die kontinuierliche Weiterentwicklung und Verbesserung von REBOUND im Fokus. Die Umsetzung des Programms in Schulen wird begleitet und alle wichtigen Programmbestandteile (Arbeitsmaterialien, Nutzung der Website-Angebote, Weiterbildung der REBOUND Trainer) werden evaluiert.
Mit der abschließenden Effektivitäts- und Effizienzüberprüfung werden dann Aussagen über Wirkungen und Nutzen des Programms ermöglicht (z.B. Veränderungen bezüglich jugendlicher Risikoverhaltensweisen, aber auch im Hinblick auf schulische Lernumwelten). Um Aussagen über die Effektivität des Programms zu treffen, wird REBOUND in einer randomisierten kontrollierten Studie mit etwa 1500 Schülern nach dem „State-of-the-Art“ der Präventionsforschung und der evidenz-basierten Medizin (Siehe Abbildung unten) evaluiert.

Das REBOUND Studiendesign