Psilocybin – Pilze

Geschichte/ Kultur/ Chemie/ Gesetze

Psilocybin ist in verschiedenen Pilzen oder Magic-Mushrooms enthalten. Sie werden als getrocknete, bräunliche Pilze gehandelt. Die rituelle Verwendung solcher halluzinogener Pilze hat in den Kulturen der Ureinwohner Mittel- und Südamerikas eine lange Tradition.
Eine kleine Menge getrockneter Pilze ließ sich im Labor durch Isolieren, Anreichern und unter Anwendung neuester Trennungsverfahren in einen chemisch reinen Zustand überführen. Dabei wurden zwei neue Substanzen in Form von farblosen Kristallen erhalten, die Albert Hofmann (der Entdecker der Droge LSD) Psilocybin und Psilocin nannte. Beide gehören wie LSD zu der im Tier- und Pflanzenreich vorkommenden, biologisch wichtigen Stoffklassen der Indolverbindungen. Sie sind mit LSD sowohl in ihrer psychischen Wirkung, als auch in ihrem chemischen Aufbau nah verwandt.
Rechtlich: Psilocybin und psilocybinhaltigen Pilze sind in Deutschland verboten.

Wirkungen & Risiken

Wie wirkt Psilocybin? Pilze oder Magic Mushrooms, LSD und einige andere Substanzen werden als Halluzinogene bezeichnet. Die Substanzen sind zwar sehr unterschiedlich, in ihrer Wirkung jedoch ähnlich:

  • sie können die Wahrnehmung und das Empfinden verändern – vor allem Farben und Musik werden intensiver erlebt
  • das Erleben von Zeit und Raum ist stark verändert
  • das Denken und Fühlen wird verändert – man assoziiert verschiedene Bilder mit dem, was man in seiner Umgebung wahrnimmt
  • Wahrnehmungen werden nicht wie gewohnt verarbeitet, es kommt zu Sinnestäuschungen – es scheint, dass sich die Objekte der Umgebung bewegen oder ineinander fließen

Psilocybin und Straßenverkehr

Wer unter Einfluss von Psilocybin am Straßenverkehr teilnimmt, begeht eine Ordnungswidrigkeit (Geldbuße bis zu 1.500,- Euro und Fahrverbot zwischen einem und drei Monaten).  Kommen drogenbedingte Fahrfehler, eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer oder sogar ein Verkehrsunfall hinzu, handelt es sich um eine Straftat (§ 316 StGB: Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, § 315b StGB: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe). Der Konsum von Psilocybin ist grundsätzlich nachweisbar, wird aber in der Praxis eher selten geprüft.

Formen von medizinischem und kontrolliertem Gebrauch

In der Medizin wird Psilocybin nicht mehr verwendet. Die Substanz wurde im Rahmen psychotherapeutischer Anwendungen untersucht. Es gibt Gelegenheitskonsumenten, die Drogen-Pilze konsumieren ohne eine psychische Störung zu entwickeln. Die Übergänge zum problematischen Konsum sind aber wie bei jeder Droge fließend. Auf jeden Fall kommt es darauf an, dass Konsumenten sich selber kritisch beobachten und darauf achten, dass sie viele andere Möglichkeiten haben ihre Freizeit zu verbringen und Probleme zu bewältigen.

Formen problematischen Gebrauchs

Psilocybin führt extrem schnell zu Toleranz- bzw. Gewöhnungseffekten und zeigt bereits bei einer erneuten Einnahme am Folgetag eine deutlich reduzierte Wirkung. Werden Pilze in der Natur gesammelt, besteht das Risiko der Verwechslungen mit anderen Pilzen, es droht eine Vergiftung. Unter falschem Gebrauch versteht man auch den Konsum in Situationen, die ein „normales Funktionieren“ erfordern, wie z.B. im Straßenverkehr, in der Schule und in der Arbeit.
Abhängigkeiten sind weitgehend unbekannt. Es kann bei regelmäßigem Konsum von Psilocybin zu verschiedenen Problemen kommen, vor allem dann, wenn jemand unter dem Einfluss der Droge steht und in eine Situation gerät, in der es wichtig ist „normal“ zu reagieren.

Fakten und Zahlen

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