Geschichte/ Kultur/ Chemie/ Gesetze
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Vor über 100 Jahren waren Schnüffelstoffe bereits für ihre Rauschwirkung bekannt. Damals wurden vor allem Lachgas, Äther oder Chloroform geschnüffelt.
Wie der Begriff „Schnüffelstoffe“ selbst schon verrät wird an ihnen geschnüffelt, d.h. sie werden eingeatmet. Wie funktioniert das?
- die Substanz wird erwärmt und die Dämpfe aus einer Plastiktüte eingeatmet
- die Substanz wird auf ein Tuch gegeben und daran wird geschnüffelt
Wirkungen & Risiken
Warum konsumieren Leute Schnüffelstoffe? Zu den Wirkungen gehört, dass man weniger Hemmungen hat und alles viel intensiver wahrnimmt. Gleichzeitig tritt aber oft auch das Gefühl von Schwindel auf, das Herz schlägt schneller und es wird einem warm. Die Stoffe sind billig in jedem Baumarkt oder Drogeriemarkt zu beschaffen – es ist also ein Leichtes billig an einen Rausch zu kommen. Der Konsum von Schnüffelstoffen ist allerdings sehr riskant. Zu den Gefahren zählen:
Schnüffelstoffe und Straßenverkehr
Schnüffelstoffe schränken die Fahrtauglichkeit ein. Es kann bei Verdacht auf einen Konsum von Schnüffelstoffen eine MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) angeordnet werden.
Formen von kontrolliertem und medizinischem Gebrauch
In der Medizin wird Lachgas (Distickstoffmonoxid) als Narkosemittel verwendet. Amyl-/Butylnitrit in "Poppers" sind zugleich Medikamente zur Behandlung von Angina pectoris. In der Rave-Szene wird gelegentlich Lachgas konsumiert. Es gibt viele Gelegenheitskonsumenten, die Lachgas gebrauchen ohne je eine Sucht, eine körperliche oder psychische Störung zu entwickeln. Die Übergänge zum problematischen Konsum sind aber wie bei jeder Droge fließend. Auf jeden Fall kommt es darauf an, dass Konsumenten sich selbst kritisch beobachten und darauf achten, dass sie viele andere Möglichkeiten haben ihre Freizeit zu verbringen und Probleme zu bewältigen. Vorsicht: bei nicht-medizinischen Produkten besteht die Gefahr der Verunreinigung. Der Giftgehalt bei organischen Lösungsmitteln, wie bei Verdünnern oder Klebstoffen, ist enorm hoch und ihr Gebrauch ist höchst problematisch.
Formen problematischen Gebrauchs
Höchst riskant ist das Einatmen direkt aus Spraydosen oder Gaskapseln. Die enthaltenen Stoffe sind enorm schädlich – giftig und oft krebserregend. Beim Überstülpen von Tüten, besteht Erstickungsgefahr. Das Trinken von flüssigen Schnüffelstoffen wie "Poppers" ist akut lebensgefährlich!
Der regelmäßige Konsum kann zur psychischen Abhängigkeit führen und dem Körper enormen Schaden zufügen.
Fakten und Zahlen
Jeder zehnte Schüler (knapp 12%) im Alter von 15 bis 16 Jahren hat schon einmal Schnüffelstoffe ausprobiert. Etwa 80% der Befragten haben diese Droge nicht häufiger als fünfmal in ihrem Leben konsumiert. Die meisten Konsumenten stellen den Konsum nach wenigen Versuchen wieder ganz ein.*
* Quellen: ESPAD (Kraus et al. 2008); An Instructor’s Guide to Drugs (Boehmer et al., 2005)