
Wie REBOUND abläuft
REBOUND wird wöchentlich in einer Doppelstunde an der Schule durchgeführt. Wissens- und erfahrungsorientierte Methoden wechseln sich ab. In Stunde eins von 16 des Programms stellen sich die Hauptakteure der REBOUND-Filme per Videosequenz vor: „Hi, ich bin Vivien. Im REBOUND-Partyfilm spiele ich Lara. Sie ist ein ziemlich schüchternes Mädchen mit einem schlechten Selbstbewusstsein, das ihre erste Party schmeißt. Sie ist der Typ, der dazugehören will … Lasst uns mal zusammen untersuchen, was Lara bewegt, was mit ihr passiert und warum.“ Die Hauptdarsteller der Kurzfilme werden die Jugendlichen über den ganzen Kurs im Film begleiten, sie tauchen in Videosequenzen auf, sie kommentieren das Verhalten der Jugendlichen, die von Ihnen gespielt werden. Es geht um Abgrenzung oder Identifikation. Manchmal ist das Verhalten der Charaktere, die sie in den Filmen spielen vorbildlich, manchmal das Gegenteil davon.
Jugendliche und Lehrer lernen zusammen. In den ersten Stunden des Programms geht es darum, herauszufinden, was einen Menschen schützt und stärkt. Wir arbeiten die sogenannten „ResilienzfaktorenResilienz ist das Vermögen, sich trotz schwieriger Umstände gut zu entwickeln“ heraus, also Merkmale, die solche Menschen zeigen, die unter den widrigsten Umständen schließlich ein gutes Leben schaffen.
In jeder Stunde geht es auch um Wissen, Schlüsselbegriffe sollen gelernt werden, z.B. die drei Resilienzfaktoren: (1) positive Erwartungen an sich selber und andere, (2) unterstützende Beziehungen, (3) positive soziale Interaktionen oder Begriffe wie Risikowahrnehmung, Verdrängung, Sucht, Motivation usw.
Es gibt wenig Frontalunterricht: das Klassenzimmer ist oft in Bewegung, da Lehrer und Schüler mit Warm-ups aus der Theaterpädagogik starten und schließen. Oder die Schüler sitzen im Kreis, wenn in einem Rollenspiel einer der Charaktere von der Leinwand zum Leben erweckt und kritisch hinterfragt wird. Wenn die REBOUND-Filme geschaut werden, gibt es Beobachtungsaufgaben: „Achtet im folgenden Film doch bitte einmal darauf, aus welchen Quellen hier die Jugendlichen ihre Informationen beziehen und wie vertrauenswürdig die sind.“ In der Stunde über kritisches Denken wird Medienkritik geübt: „Wem kann ich glauben, wem eher nicht?“
Die Informationen bleiben aber nicht lose im Raum hängen. Jeder Schüler führt während des REBOUND-Kurses eine Portfolio-Mappe. Dort kommen Arbeitsblätter rein, werden Ergebnisse von Selbstbeobachtung und überhaupt alles Interessante eingetragen. Ein ebenso wichtiges Element ist die Nach- und Vorbereitung über ein Internet-Login auf der REBOUND-Website, das jeder Schüler und jede Schülerin erhält. Dort gibt es Aufgaben und Lösungen, die aus den einzelnen Stunden hervorgehen. Dort gibt es auch weitere Filme anzuschauen. Und: jeder Schüler und jede Schülerin kann Punkte sammeln, denn REBOUND ist gleichzeitig ein Wettbewerb zwischen verschiedenen Schulklassen: die Klasse, die am meisten Punkte sammelt, erhält einen Preis.
Etwa ab Stunde acht geht es vermehrt um das Thema Alkohol und andere Drogen. Es gibt Grundinformationen zum menschlichen Gehirn, zu kontrolliertem und unkontrolliertem Drogengebrauch, zum neuronalen BelohnungssystemDas neuronale Belohnungssystem ist ein Teil des Gehirns und Abhängigkeit. In Form eines Quiz werden richtige und falsche Aussagen zum Cannabiskonsum erarbeitet. Falsche Wahrnehmungen wie der Glaube, dass „fast alle Jugendlichen Cannabis konsumieren“ werden sehr bildhaft dargestellt. In einer anderen Stunde können sich die Jugendlichen über den „Vertrauensfall“ bewusst machen, welcher von vier Risikotypen sie sind („Bin ich der ‚Risikosucher‘ oder der ‚Risikovermeider‘?“) – und wie das mit dem eigenen Konsumverhalten zusammenhängen könnte. Im Abschnitt über Frust und negative Emotionen wird an der Bewusstheit für eigene Stressbewältigungsmechanismen gearbeitet.



