Nein. Zu einer Abhängigkeit oder Sucht gehören mehrere Faktoren, die zusammenspielen: zum Beispiel die Umwelt oder das Milieu, in dem man sich aufgehoben fühlen kann oder aber auch alleine gelassen wird; die Droge selbst, die eine höhere oder niedrigere Wahrscheinlichkeit haben kann, eine Sucht auszulösen; und die eigene Person und Persönlichkeit, die bestimmt, ob man etwas nur aus Spaß macht oder ob man zum Beispiel eine Droge benutzt, um etwas zu vergessen, nicht mehr zu spüren (z.B. Angst, Leeregefühle oder Traurigkeit). All diese und noch mehr Umstände müssen negativ zusammenkommen, um eine Sucht überhaupt zu ermöglichen. Wenn man also aus Neugierde etwas ausprobiert, die Droge nicht missbraucht, um mit negativen Gefühlen klarzukommen, ist die Wahrscheinlichkeit einer psychischen Abhängigkeit kaum gegeben. Allerdings gibt es durchaus Drogen, die selbst nach einmaligem Konsum den Wunsch hervorrufen, die Erfahrung wiederholen zu wollen. Das ist zwar noch keine Sucht, kann aber irgendwann dazu werden. Deshalb ist es wichtig, den eigenen Umgang mit Drogen (auch Alkohol und Tabak) immer kritisch zu hinterfragen („Warum mache ich das?“, Nehme ich mehr als mir gut tut?“, „Kann ich Pausen machen?“ usw.). Eine körperliche Abhängigkeit tritt nach einmaligem Konsum auch nicht auf, da sich der Körper erst an eine Droge gewöhnen muss, um bei deren Ausbleiben einen Entzug hervorzurufen.

Stand: 10.01. 2012

Autor: Katharina Kraus

Weiterführende Infos:

Suchtmedizin kompakt: Suchtkrankheiten in Klinik und Praxis von Felix Tretter von Schattauer

https://www.prop-ev.de/