Alkoholismus oder Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, für die sich die Forschung nicht einig ist, ob sie vererbt werden kann oder nicht. Einerseits weiß man aus der Zwillingsforschung, dass bestimmte Gene bei der Alkoholabhängigkeit eine Rolle spielen. Andererseits wird nicht jeder, der diese Genvarianten in sich trägt, zum Alkoholiker. Man kann aber eine Veranlagung für erhöhte Suchtgefahr durchaus vererben. Dies bedeutet, dass Kinder von alkoholkranken Eltern ein erhöhtes Risiko haben selbst eine Suchterkrankung zu entwickeln. Ob ein Kind von solchen Eltern selbst alkoholabhängig wird hängt aber viel von seinem gesamten Umfeld (Einstellung zum Alkohol, Häufigkeit des Konsums) und von seiner Lebenssituation ab (Familie, Bekannte, Freunde als Unterstützer, Helfer). Solange die Eltern als Vorbilder gelten, sie aber den Alkohol als „Helfer“ und „Retter“ oder als Lösung von Notlagen präsentieren und die Kinder diese Einstellung übernehmen ist es höchstwahrscheinlich, dass sie auch abhängig werden. Aber allein durch die Gene und ohne weiteres ist es eher unwahrscheinlich, ein Suchtverhalten herbeizuführen.

Stand: 27.04.2012

Autor: Preslava Sayvanska

Weiterführende Infos:

Bundesministerium für Bildung und Forschung: Suchtforschung auf neuen Wegen, 2004.

www.alkoholsucht.eu/alkoholismus-ursachen-und-entstehungsbedingungen