Einmal süchtig – immer süchtig? Sucht hängt von vielen Faktoren ab: zum Beispiel von der Psyche, vom Körper und von der Umwelt. Jeder dieser Faktoren kann jemandem, der einmal süchtig war, zum Verhängnis werden. Vor allem aber werden durch regelmäßigen, intensiven Konsum von Alkohol und anderen Drogen im Gehirn Gedächtnisinhalte angelegt. An diese Inhalte kann sich das Gehirn auch nach langer Zeit immer noch „erinnern“, selbst wenn der ehemals Abhängige schon lange keine suchterzeugenden Substanzen mehr genommen hat. Dies nennt man auch „Suchtgedächtnis“. Es kann also passieren, dass man als Ex-Abhängiger wieder in sein altes Verhalten rutscht, wenn man sogar nur ein einziges mal wieder eine Droge nimmt (vor allem diejenige Substanz, von der jemand süchtig war). Verantwortlich hierfür ist das schon erwähnte Suchtgedächtnis, welches auch nach Jahren ohne den Konsum von Alkohol und anderen Drogen einen sehr starken Wunsch hervorrufen kann, diese Substanzen erneut zu konsumieren. Aber es gibt auch Ex-Abhängige z.B. ehemalige Alkoholiker, denen es gelingt, nach jahrelanger Sucht nur sehr selten ein Glas eines alkoholhaltigen Getränks zu trinken ohne rückfällig zu werden, d.h. wieder täglich zu trinken. Das gelingt aber nicht allen Ex-Abhängigen. Für viele bleibt also nur der totale Verzicht, lebenslang.

Stand: 08.06.2011

Autor: Katharina Kraus

Weiterführende Infos:

http://de.wikipedia.org/wiki/Abh%C3%A4ngigkeitssyndrom

Die Schmerztherapie: interdisziplinäre Diagnose- und Behandlungsstrategien. Diener, Maier (Hg.). Elsevier & Fischer Verlag, 2009

Birgitta Kolte & Henning Schmidt-Semisch (2005). Kontrollierter Drogenkonsum: Ein prekäres Paradigma? In: Legnaro, A./Schmieder, A. (Hg.): Kontrollierter Drogenkonsum – Drogenkonsum als Lebenskontrolle. Jahrbuch Suchtforschung, Bd. 5, LIT Verlag: Münster.