Es ist bekannt, dass die Einnahme von Cannabis zu einer zeitweisen Verringerung des Speichelflusses führt. Hierbei spielt es keine Rolle, ob der wirksame Hauptbestandteil der Hanfpflanze (Δ9-THC) durch das Rauchen über die Atemwege, oder oral aufgenommen wird. Ursächlich für die Mundtrockenheit ist der Verarbeitungsmechanismus von Δ9-THC im Körper. Die Cannabinoidrezeptoren (also spezialisierte Zellen, die auf körpereigene, dem Δ9-THC ähnliche Stoffe reagieren), an denen Δ9-THC seine Wirkung entfaltet, finden sich nämlich nicht nur im Gehirn, sondern auch in vielen anderen Organen und Gewebearten des menschlichen Körpers. So konnten in der Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandularis) ebendiese Rezeptoren und eine Verminderung des Speichelflusses durch die Injektion von Cannabinoiden nachgewiesen werden. Darüber hinaus wird vermutet, dass auch durch die Wirkung des Δ9-THC im Gehirn indirekt Einfluss auf den Speichelfluss genommen wird.

Stand: 31.07. 2012

Autor: Maximilian von Heyden

Weiterführende Informationen:

  1. Leweke, F.M., Hoyer, C. (2012) Cannabis. In:  Gründer, G., Benkert, O. (Hg.): Klinische Psychopharmakotherapie.2. Aufl., Springer
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